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Haan: St.-Josef-Krankenhaus wird Energiespar-Vorbild

Haan : Hospital spart tonnenweise Kohlendioxid

In nur drei Jahren hat sich die Anschaffung eines Blockheizkraftwerkes am St.-Josef-Krankenhaus amortisiert. Ein neuer Imagefilm würdigt die Bemühungen der Betreiber um die Reduzierung des klimaschädlichen Gases CO2.

Der Einbau eines Blockheizkraftwerkes ist eine Erfolgsgeschichte für das St.-Josef-Krankenhaus und die angeschlossene Seniorenwohn-Einrichtung. In nur zweieinhalb Jahren hat sich die Umstellung von Öl auf Gas als Energieträger amortisiert. So spart die Betreibergesellschaft, die katholisch geprägte Kplus-Gruppe mit Sitz in Solingen, seit Jahresbeginn 240.000 Euro im Jahr ein – Geld, das nun in die Gebäude und das Personal investiert werden kann, wie Unternehmenssprecherin Cerstin Tschirner bestätigt.

Außenansicht des Haaner St.-Josef-Krankenhauses an der Robert-Koch-Straße 16. Ein Blockheizkraftwerk produziert Wärme und Strom. Foto: Kplus-Gruppe

 Über diese Erfolgsgeschichte ist jetzt ein Imagefilm entstanden, den die Initiative KWKhoch3 in Auftrag gegeben hat. KWKhoch3 ist ein Zusammenschluss der Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid, der für den verstärkten Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Unternehmen, Gewerbe und Industrie werben will. Das Video über das St.-Josef-Krankenhaus ist auf der Internetseite „www.kwik-hoch-3.de“ abrufbar.

Helfen beim Energiesparen: die Energiemanager Peter Belak, Patrick Preiss und der Technische Leiter der Kplus Gruppe Torsten Kanitz (von links). Foto: Kplus-Gruppe

Rund 600.000 Euro hat die Kplus-Gruppe in die Umstellung auf Gas und das Blockheizkraftwerk (BHKW) investiert, das zum 1. August 2014 offiziell in Betrieb ging. Das BHKW erzeugt Strom aus Gas. 60 Prozent des benötigten Stroms werden damit auf diese Weise vor Ort produziert, der Rest kommt weiterhin aus dem öffentlichen Netz. Was die Anlage aber so effizient macht ist der Umstand, dass die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme ebenfalls vor Ort zum Heizen und zur Warmwasserbereitung verwendet wird. So erreicht die Anlage einen Wirkungsgrad von 93 Prozent. Früher wurden pro Jahr rund 400.000 Liter Heizöl verbraucht, zuzüglich Strom. Heute wird ausschließlich Gas verfeuert und nur noch 40 Prozent der früheren Strommenge hinzugekauft. Auch dank zusätzlicher Fördermittel vom Land NRW und von der EU reduzierten sich die Energiekosten für das Haaner Haus so um 240.000 Euro. Und auch der CO2-Ausstoß konnte verringert werden – in allen sieben Kplus-Einrichtungen, die neu mit BHKWs ausgerüstet wurden, um jährlich 1200 Tonnen.

Gerade Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen seien wegen ihres ganzjährigen Wärme- und Strombedarfs für den Einsatz von Blockheizkraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung prädestiniert, ist die Kampagne KWKhoch3 überzeugt. Aber auch für andere Einrichtungen und Unternehmen könne sich eine solche Anlage innerhalb kürzester Zeit rechnen. Daher bietet sie den 30 aussichtsreichsten Unternehmen im Bergischen Städtedreieck eine kostenlose Umsetzungsberatung an. Bewerbungen können noch bis zum 31. November auf der Internetseite von KWK hoch 3 abgegeben werden.

So lukrativ die Umstellung von Öl auf Gas ist, einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Doch der ist eher politischer Natur: Je mehr Unternehmen umsteigen, umso größer wird die Abhängigkeit von ausländischen Gaslieferanten. Denn nur rund sieben Prozent des bundesweit verwendeten Naturgases stammte 2015 laut statistischem Bundesamt aus heimischer Förderung (Erdgas) oder Produktion (Biogas). Der Rest muss importiert werden. Und davon kommt mehr als die Hälfte inzwischen aus Russland.