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Haan: Runder Tisch Klimaschutz tagt zum zweiten Mal

Klimaschutz in Haan : Klimaschutz: Radverkehr soll stärker in den Fokus rücken

In seiner zweiten Sitzung beschloss der Runde Tisch Klimaschutz eine Geschäftsordnung. Wegen der Corona-Regeln fand das Treffen in der Aula des Schulzentrums an der Walder Straße statt.

„Dann fällt mir ein Stein vom Herzen“, entfährt es Bettina Warnecke, als der Runde Tisch Klimaschutz in seiner zweiten Sitzung schließlich eine Geschäftsordnung ohne Gegenstimme oder Enthaltung verabschiedet hat. Die Bürgermeisterin hatte für „schlanke“ Formulierungen geworben und musste immer wieder Überzeugungsarbeit leisten, damit so manche Redundanz aus dem Papier gestrichen werden konnte.

Vor gut einem Jahr, am 2. Juli 2019, hatte sich der Rat der Stadt Haan für den Runden Tisch Klimaschutz, in dessen Rahmen Fraktionsvertreter, Vereine und Initiativen sowie Bürgerinnen und Bürgern die Haaner Nachhaltigkeitsstrategie als globalnachhaltige Kommune NRW vorantreiben und überprüfen sollen, ausgesprochen. Die konstituierende Sitzung hatte im Februar stattgefunden. Für die zweite Sitzung, die wegen der Corona-Hygieneregeln auf Abstand in der Aula des Schulzentrums an der Walder Straße stattfand, stand neben der Geschäftsordnung ein Bürgerantrag, den Petra Raabe eingebracht hatte, auf der Tagesordnung.

Insbesondere was den Vorsitz des RTK anbetrifft, will Bettina Warnecke die Bürgermeisterin, respektive den Bürgermeister, nicht ausschließlich in die Pflicht nehmen, sondern plädiert dafür, dass auch ein Klimaschutz-Manager den Vorsitz übernehmen könnte. Den gibt es allerdings zu ihrem Bedauern aktuell noch nicht. Diesbezüglich läuft derzeit ein zweites Ausschreibungsverfahren, denn der Kandidat der ersten Runde sei wieder abgesprungen. Die Fördergelder für diese Stelle seien aber zwischenzeitlich auf 75 Prozent erhöht worden, was die Hoffnung, nun erfolgreich zu sein, gleichfalls erhöht habe, so Warnecke.

Eine rege Diskussion setzt ein, als es um die Kompetenz des RTK geht, denn man möchte einerseits in einen breiten Bürgerdialog eintreten, andererseits aber auch effektiv Klimaschutzmaßnahmen realisieren.

Insbesondere Meike Lukat von der WLH betont im politischen Schulterschluss mit Andreas Rehm von der GAL immer wieder, dass die Beschlüsse des RTK, die den Fachämtern oder dem Rat vorgelegt werden, zeitnah behandelt werden müssen. Die Geschäftsordnung, die am 19. August in Kraft trat, kann nur mit der qualifizierten Mehrheit von zwei Dritteln geändert werden.

Während Warnecke bei der Diskussion um die Tagesordnung noch auf stringente Schlankheit setzte, wirbt sie bei dem Bürgerantrag von Petra Raabe, in dem es um Straßenbaumaßnahmen sowie um die Abschaltung von Ampelanlagen während der Nacht ging, für eine breitere Diskussionsebene mit Bürgern. Insbesondere bei den Beiträgen von Bernhard Groß vom ADFC, der meist für „Rad-Schnellverbindungen“, etwa zwischen Haan und Erkrath, votiert und Gut Ellscheid-Landwirt Gerhard Rosendahl, der auf die große zusätzliche Versiegelung für Radwege verweist, wird offenbar, dass der Königsweg im Umweltschutz nicht einfach zu finden ist. Einhellige Meinung besteht jedoch hinsichtlich der katastrophalen Zustände auf der Millrather Straße, und auch was den Ausbau der Niederbergischen Allee anbetrifft, soll der Radverkehr stärker in den Fokus rücken.