Haan organisiert einen Dreck-weg-Tag

Haan : Haaner sammeln beim Dreck-weg-Tag viele Säcke voller Unrat

Die Bauverwaltung hatte die erste städtische Aktion nach vielen Jahren Pause organisiert.  Die vielen Helfer waren in verschiedenen Gebieten unterwegs.

Torsten Rekindt erwartet die Leute bereits mit Warnwesten, Handschuhen, Greifzangen und jeder Menge Müllsäcke. Die werden auch nötig sein beim Dreck-weg-Tag, der von der Bauverwaltung Haan seit langem wieder einmal im Auftrag der Stadt organisiert wird. Der Amtsleiter der Bauverwaltung ist zuständig für den Treffpunkt Bollenheide, wo es vom Wendehammer aus auf dem Radweg in Richtung Autobahnunterführung geht.

„Es haben sich insgesamt rund sechzig Menschen angemeldet“, verrät Rekindt. Mit dabei sind alle Generationen von Kindern bis hin zu Senioren. Gerhard Kias ist einer von ihnen. „Ich bin seit dreißig Jahren mit dem Hund in der Gegend unterwegs“, erzählt er. „Seit einiger Zeit bin ich Rentner und noch mehr draußen.“ Dabei fällt natürlich auf, was alles an Müll in der Gegend herumliegt. „Deshalb dachte ich, bei dieser Aktion möchte ich einmal mitmachen“, sagt Gerhard Kias.

Carmen Iglesias beteiligt sich auch bei den monatlich stattfindenden Sammelaktionen der „Wählergemeinschaft lebenswertes Haan“ . „Es stört mich unglaublich, dass überall der Müll herumliegt“, betont sie. „Am Supermarkt links und rechts die Papierchen.“ Alle haben alte Arbeitskleidung angezogen und warme Jacken.

Dann geht es los – mit Greifzange und Müllbeutel bewaffnet. Schnell kommt da einiges an Müll zusammen. Papiertüten, Plastikflaschen, jede Menge Becher von To-Go-Getränken oder Fast-Food-Verpackungen, achtlos in die Büsche oder an den Wegrand geworfen. „Wir sammeln den Müll und bringen ihn dann zum Wendehammer“, erklärt Torsten Rekindt. „Dort holt ihn der Betriebshof ab und bringt ihn zur Firma Bartz, die die Kosten für die Entsorgung übernimmt.“ Schon ist die Autobahnunterführung erreicht, nun geht es aufwärts, über die Gräfrather Straße hinweg und auf die Panoramatrasse.

„Ich finde die Aktion gut und gleichzeitig wichtig, damit die Leute lernen, dass sie ihren Müll nicht einfach wegwerfen“, sagt Arthur (11). Sein Bruder Corvin (7) macht auch gerne mit. „Wenn ich unterwegs etwas zum Wegwerfen habe, dann suche ich mir einen Mülleimer“, erzählt er. Mutter Sandy Behnke lächelt. „Die Jungs haben schon von klein auf gelernt, dass sie ihren Müll in den Abfalleimer werfen“, erklärt sie. Als sie von dem Dreck-weg-Tag gelesen hat, hat sie auch gleich ihre Kinder gefragt, ob sie daran teilnehmen möchten. „Und die haben auch sofort ja gesagt.“

Genug Müll ist da. „Wir sind zum Wendehammer gelaufen“, erzählt Sandy Behnke, „und da sieht man schon, was alles herumliegt.“ Damit die Leute nicht unnötig große Strecken mit dem Auto fahren müssen, hat die Bauverwaltung die Treffpunkte so gewählt, dass sie von möglichst vielen der angemeldeten Haaner zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht werden konnten. „Wir verteilen deshalb auch die Warnwesten und Mülltüten direkt vor Ort“, meint Abfallberaterin Carmen Viehmann von der Bauverwaltung. Schließlich erreicht die Truppe die Brücke, die als wilde Müllkippe missbraucht wird. Autoreifen, leere Kanister, Schläuche und alte Schuhe liegen überall verstreut. „Die Autoreifen und großen Sachen werden hier vom Betriebshof abgeholt“, verspricht Torsten Rekindt. So müssen die Leute nur alles auf einen Haufen werfen, die kleinen Sachen wandern in die Müllsäcke. Jede Menge Arbeit also.

Doch am Ende gibt es für jeden eine kleine Belohnung: eine Haaner Tasse für die Erwachsenen und einen Beutel mit Trinkflasche für die Kinder.

Mitglieder Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt waren im Bereich Kriekhausen an der Autobahn aktiv. Und für Annegret Wahlers, Vorsitzende der Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan, ist „nach dem Dreck-weg-Tag vor dem Dreck-weg-Spaziergang“. Denn Mittwoch, 31. Oktober, beendet die WLH die Sammelsaison. Treffpunkt: 17 Uhr, Aldi-Parkplatz Landstraße.

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