Haan: Katholische Kirche muss beim Pfarrbrief sparen

Sorge um den „Zweitakter“: Die Kirche muss beim Pfarrbrief sparen

5800 Exemplare des katholischen Pfarrbriefs „Zweitakter“ wurden jährlich verteilt. Zu teuer, sagt die Gemeinde.

Das Foto von der Erstkommunion 1938 in Sankt Nikolaus ist ein absoluter Höhepunkt im aktuellen Pfarrbrief der Haaner Kirchengemeinde St Chrysanthus und Daria. Das Heft mit dem Titel „Zweitakter“ hat mit Paul in het Veen einen Zeitzeugen ausfindig gemacht, der seinerzeit das Sakrament empfangen hat. Die Jubelkommunion blickt immerhin auf 80 Jahre zurück. Ein Foto mit seiner Frau und ein weiteres von der damaligen Zeremonie unterstreichen den lesenswerten Beitrag.

5800 Haaner und Gruitener haben den „Zweitakter“ diesmal noch aus ihren Briefkästen gezogen. Das könnte sich jedoch bald schon ändern. Denn die Gemeinde muss sparen und hat daher alle Mitglieder angefragt, ob es denn tatsächlich auch zukünftig unbedingt die gedruckte Fassung sein muss, und falls ja, ob diese verteilt werden soll.

„Leider trifft auch den Zweitakter das Finanzloch der Gemeinde“, heißt es im Text auf Seite 8: „Deshalb muss auch die Redaktion ihren Beitrag zur Kostensenkung leisten, und das können wir nur durch eine Reduzierung der Seitenzahl und gleichzeitiger Senkung der Auflage der gedruckten Hefte.“

Was das genau bedeutet, wird danach ausgeführt: „Jedes Heft kostet zirka 50 Cent“, ist da zu lesen. Da viele Gemeindemitglieder das Heft im Internet auf der Homepage lesen würden oder andere überhaupt nicht interessiert seien, landeten viele gedruckte Exemplare gleich in der blauen Tonne: „Dieses Geld kann man sinnvoller in der Gemeinde anlegen.“

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Ein weiteres Problem: Es gibt nicht mehr genügend Verteiler für die Hefte. „Einige Straßen und Bezirke können nicht mehr beliefert werden, und der Datenschutz macht es immer schwieriger, eine aktuelle Empfängerliste zu erstellen, heißt es weiter. Nicht zuletzt gelte es auch, eine personelle Dimension zu beachten. „Die Arbeit wird seit Jahrzehnten ehrenamtlich von Edith Oberdörster und Monika Friedrichs geführt”, ist im Pfarrbrief zu lesen. Trotz mehrfacher Nachfragen sei für die beiden kein gewünschter „Ersatz“ in Sicht: „Da wir diese Änderungen schnell umsetzen müssen, haben wir einen Fragenkatalog erstellt, den Sie bitte ausfüllen und an die Redaktion weiterleiten”, ist abschließend in dem Beitrag zu lesen.

Wer künftig gedruckte Exemplare – außer in den Kirchen – bekommen wolle, könne sich in Haan im Eine-Welt-Laden an der Kaiserstraße oder in den Kitas Breidenhofer- und Hochdahler Straße den Pfarrbrief künftig selbst abholen. In Gruiten liege das Druckerzeugnis ebenfalls im Eine-Welt-Laden aus, sowie in der Lottoecke, beim Getränkehandel Kinnigkeit und den Kindergärten Hasenhaus und Thunbusch.

Nur wer dies ausdrücklich per Fragebogen verlangt, wird den „Zweitakter“ auch weiterhin in gedruckter Form nach Hause geliefert bekommen. Als Wahlmöglichkeit kann man in diesem Fall allerdings auch ankreuzen: per Postversand. Das kostet dann künftig fünf Euro pro Jahr.

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