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Haan Hochaltrigenbefragung, Ergebnisse Wohnsituation

Haan : Viele Ältere wünschen sich kleinere Wohnungen

Mehr als ein Viertel der Einwohner in Haan ist 65 Jahre oder älter. Genau 2357 Menschen in der Stadt gelten gar als hochbetagt (80 plus). Fast die Hälfte von ihnen – knapp 1000 – hat sich jetzt an einer umfangreichen Befragungsaktion beteiligt, die die Stadt gemeinsam mit der Forschungsgesellschaft für Gerontologie an der Technischen Universität Dortmund gestartet hatte. In unserer Serie beleuchten wir einzelne Ergebnisse. Heute: die Wohnsituation.

Haan ist beliebt bei Hochbetagten! Die Teilnehmer der Befragung der 80-jährigen und älteren Bevölkerung der Stadt jedenfalls weisen eine hohe Bindung an den Wohnort auf: Das ist eines der wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung der Technischen Universität Dortmund.

Zwar leben nur etwas weniger als 18 Prozent seit der Geburt bzw. seit der Kindheit in Haan, aber mehr als zwei Drittel sind bereits länger als 20 Jahre hier gemeldet. Während in der Altersgruppe 80 bis 84 Jahre etwa 36 Prozent alleine in einem Haushalt leben, sind es in der Altersgruppe 90 bis 94 Jahre fast 60 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt also der Anteil der Personen, die in Ein-Personen-Haushalten leben.

Der Anteil der Personen in Ein-Personen-Haushalten variiert nicht nur nach Alter, sondern auch nach Geschlecht. Während etwa drei Viertel der männlichen Befragten in einem Zwei-Personen-Haushalt lebt, lebt über die Hälfte der Frauen in Ein-Personen-Haushalten.

Die Größe der Wohnungen wird für viele allerdings zum Problem: Fast 40 Prozent der Personen in Ein-Personen-Haushalten leben in einem Haus bzw. einer Wohnung, die 80 Quadratmeter oder größer ist. Für die Wissenschaftler stellt sich damit die Frage, ob die Häuser oder Wohnungen auch nach einem eventuellen Auszug der Kinder oder dem Tod des Partners finanziell und baulich (noch) angemessen sind. „Möglicherweise gibt es neben Gewohnheitseffekten auch andere Hindernisse (z.B. Scheu vor einem Umzug), die den Verbleib in der Wohnung befördern“, vermuten sie.

Immerhin: Mehr als zwei Drittel wünschen sich, auch zukünftig in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Ein Viertel wünscht sich zukünftig Betreutes Wohnen. Knapp 11 Prozent können sich zukünftig vorstellen in einem Alten- und Pflegeheim zu leben. Mehrgenerationenwohnen (6,2%) oder das Leben bei den eigenen Kindern oder anderen Verwandten (5,8%) spielt demgegenüber eine geringere Rolle.

Nachdem die Untersuchung von Hochaltrigkeit lange Zeit einen eher geringen Stellenwert in der Sozialen Gerontologie einnahm, hat die Forschung das Thema seit einigen Jahren verstärkt in den Blick genommen. Seit 1990 gibt es eine Reihe von Studien, die sich mit dem höheren Alter beschäftigt haben. So genau, wie die Haaner Befragung allein schon bei den Wohnverhältnissen Ergebnisse lieferte, erleben es die Forscher längst nicht alle Tage.