Ein Ständchen zum Geburtstag Haan feiert 75 Jahre Grundgesetz

Haan · Das Bündnis „Demokratie.Haan“ hatte zum 75. Jubiläum des Grundgesetzes am Donnerstagabend zu einer Feier geladen. Höhepunkt war ein gemeinsames „Geburtstagskonzert“ auf dem Neuen Markt. Zahlreiche Bürger folgten dem Aufruf.

 Fünf von sechs Organisatoren der Feier (v.li.): Frieder Angern, Nicola Günther, Dirk Raabe, Petra van der Lest und Wolfgang Jegodowski. Es fehlt Martin Haesen.

Fünf von sechs Organisatoren der Feier (v.li.): Frieder Angern, Nicola Günther, Dirk Raabe, Petra van der Lest und Wolfgang Jegodowski. Es fehlt Martin Haesen.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Die bundesdeutsche Verfassung ist seit diesem Donnerstag ein Dreivierteljahrhundert alt. Auch in Haan gab der Jahrestag Anlass zu viel Freude – angesichts der aktuellen politischen Gemengelage jedoch ebenso zu mahnenden Worten. Das Fest in der Gartenstadt war dabei vor allem eines: musikalisch. Denn statt sich viele salbungsvolle Worte anzuhören, sollten die Bürger die Gelegenheit haben, selber aus vollen Kehlen ihr Loblied anzustimmen.

Organisator des Abends war die sechsköpfige Initiative „Demokratie.Haan“. Sie hatte bereits im Februar eine große Demonstration auf die Beine gestellt, bei der 1500 Bürger ein Zeichen gegen Extremismus setzten. Auch dieses Mal versammelten sich wieder viele Teilnehmer ab 19 Uhr auf dem Neuen Markt, um beim gemeinsamen Singen einen Gänsehautmoment zu erleben. Das aktive Mitmachen aller Anwesenden unterstrich den zivilgesellschaftlichen Charakter der Veranstaltung.

Den Auftakt des Abends machte das Hissen der Europaflagge im Park Ville d’Eu. 5 Schülerinnen der Gesamtschule trugen ein selbst verfasstes proeuropäisches Gedicht vor. Von dort aus zogen rund 200 Menschen zum Neuen Markt. Auf einem Transparent war zu lesen: „75 Jahre Grundgesetz. Wachsam. Aktiv. Wehrhaft.“ Die eindeutige Botschaft wenige Tage vor der anstehenden Europawahl: Die Verteidigung der durch das Grundgesetz verbürgten Werte, Rechte und Freiheiten geht einher mit dem Gedanken der europäischen Einheit und Solidarität. Ganz in diesem Sinne bildete Beethovens „Ode an die Freude“, die bekanntlich als Europahymne dient, den passenden Rahmen des großen Konzerts im Anschluss.

Auch die deutsche Nationalhymne und „Die Gedanken sind frei“ wurden aus vielen Kehlen zum Besten gegeben. Beteiligt waren neben dem Blasorchester der städtischen Musikschule auch der Posaunenchor Gruiten, der Spontanchor Haan sowie viele Schüler. Wieder waren es die fünf Schülerinnen der Gesamtschule, die einzelne Abschnitte des Grundgesetzes rezitierten.

In der einzigen Ansprache des Abends bezeichnete Bürgermeisterin Bettina Warnecke das Grundgesetz als einen „Glücksfall von unschätzbarem Wert für unsere Gemeinschaft“, der Deutschland „nicht nur rechtlich, sondern auch moralisch und sozial geprägt“ habe. Aber: „Diese Errungenschaften sind kein Selbstläufer.“ Warnecke rief die Bürger zu politischem Engagement und zur Wahrung des sozialen Friedens auf und betonte im Hinblick auf die derzeitigen Herausforderungen: „Das Grundgesetz ist nicht nur ein Dokument, das unsere Rechte schützt, sondern auch ein Aufruf an uns alle, Verantwortung zu übernehmen.“

Im ursprünglichen Text war von Schülern des Haaner Gymnasiums statt der Gesamtschule die Rede. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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