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Haan: Campierende Lkw-Fahrer beschäftigen Politik

Haan : Campierende Lkw-Fahrer beschäftigen Politik

Die SPD fordert mobile Toiletten in den betroffenen Gewerbegebieten. Die WLH will zunächst das Problem analysieren.

Während die Rastplätze an den Autobahnen 3 und 46 scheinbar nicht genug Kapazitäten bieten, nutzen insbesondere auswärtige Lkw-Fahrer Parkplätze in Gewerbegebieten wie Haan-West und Haan-Ost oder an der Böttinger Straße. Was zurückbleibt, sind unliebsame Hinterlassenschaften. Das führt zum Unmut der Anwohner.

Besonders in den Abendstunden und an den Wochenenden säumen die Landstraße in Höhe des Lebensmitteldiscounters Lidl zahlreiche Lkw. Dort verbringen die meist auswärtigen Fahrer mehrere Stunden, um Pause zu machen - viele von ihnen verrichten dort meist auch ihre Notdurft. „Die Hinterlassenschaften sind nicht nur zu sehen, sondern auch zu riechen“, erklärt Bernd Stracke, Fraktionsvorsitzender der SPD in Haan. Daher hatte die SPD im Rat der Stadt für die Beratungen zum Haushalt 2020 beantragt, mobile Toiletten für Lkw-Fahrer anzumieten, die an Stellen im Stadtgebiet aufgestellt werden, die stark von Lkw-Fahrern frequentiert werden. Das Aufstellen von mobilen Toiletten will nun die Verwaltung prüfen.

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Hintergrund ist der, dass Anwohner rund um die Gewerbegebiete Haan-West und -Ost, die SPD immer wieder auf die Situation aufmerksam gemacht hatten. „Das führt zu unhaltbaren hygienischen Zuständen und zu Belästigungen, über die sich die Anwohner in den betroffenen Gebieten seit längerem beschweren“, erläutert Stracke.

Ein Grund warum die Lkw-Fahrer über Nacht in den Haaner Gewerbegebieten stehen, könnten etwa fehlende Stellmöglichkeiten an Autobahnen sein. Zwar seien seit 2008 bis Ende 2016 rund 15.000 neue Parkstände entlang der Autobahnen geschaffen worden, allerdings ergab eine bundesweite Erhebung der Parkstandnachfrage an Autobahnen bereits im Jahr 2013, dass nach wie vor rund 11.000 Lkw-Stellplätze fehlen, davon allein etwa 4000 in Nordrhein-Westfalen. „Laut einem Gutachten der Vereinigung deutscher Autohöfe (VEDA), das im September 2017 veröffentlicht wurde, fehlen sogar 31.000 Lkw-Parkplätze entlang der Autobahnen“, erklärt ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold. Und inzwischen seien es mehr.

Während die Mehrheit der Fraktionen im Haaner Stadtrat sich dafür aussprach, dass die Verwaltung die Möglichkeit des Aufstellens von mobilen Toiletten prüfen soll, verfolgt die Wählergemeinschaft lebenswertes Haan (WLH) einen anderen Ansatz. „Wir wollen erst einmal wissen, warum dort überhaupt die ganzen Lkw stehen und alles vermüllen. Was ist die Ursache“, fragt Fraktionsvorsitzende Meike Lukat. Einen entsprechenden Antrag hat die WLH für den kommenden Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten im März gestellt.

Für das Problem an der Landstraße sieht Lukat jedoch nicht so großen Handlungsbedarf. „Dort gibt es genug Fastfood-Ketten in der Nähe, die die LKW-Fahrer aufsuchen können.“ Anders im Fall des Parkplatzes eines ehemaligen Baumarktes an der Böttinger Straße. „Dort campieren die LKW-Fahrer regelrecht, sie urinieren nicht nur, sondern bereiten sich dort auch essen zu und vermüllen alles.“ Daher hatte die WLH vermehrt Beschwerden von Anwohnern bekommen und bittet die Verwaltung zu beantworten, ob sie sich an den Grundstückeigentümer gewandt und eine Schließung der Parkplatzflächen gefordert habe. Zudem will die WLH wissen, was die Ordnungsbehörde derzeit dagegen unternimmt und ob der dort ruhende Verkehr bereits kontrolliert worden sei.

SPD-Fraktionsvorsitzender Stracke stellt sogar Überlegungen an, ob die noch vorhandenen Sanitäranlagen des ehemaligen Baumarktes, die sich auf dem Außengelände befinden, nicht von den Lastwagenfahrern genutzt werden könnten. Dann bräuchten dort keine mobilen Toiletten aufgestellt werden. Die Dixieklos sieht Stracke jedoch nur als Übergangslösung bis genug Stellflächen an Rastplätzen von Bund und Land geschaffen worden seien.

(isf)