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Gutschein-Portal soll Haaner Handel helfen

Handel in Corona-Zeiten : Gutschein-Portal soll Haaner Handel helfen

Es sind in diesen Tagen oft die jungen Geschäftsleute, die unser aller Leben mit ihren verblüffenden Ideen und und ihrem Unternehmergeist so gut wie möglich aufrecht erhalten. So wie Sonja Meier.

Die Inhaberin des Kindergeschäftes „mamarockt“ an der Bahnhofstraße 84 weiß sehr genau, wovon sie redet, wenn sie die kritische Situation der non-food Geschäftsleute deutlich macht. Sonja Meier hat sofort nachdem sie ihren Laden schließen musste die Aktion „haan-hilft.de“ ins Leben gerufen. Sie pflegt die Kontakte online, per Whatsapp, am Telefon, per e-mail und in den sozialen Medien. Jetzt – in den Zeiten der Corona Pandemie - gewinnt das Online-Portal tatsächlich eine ganz besondere Bedeutung.

In Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Agentur „werbejunge“, hinter der der Haaner Werbefachmann Philip Pauli und sein Geschäftspartner Tobias Schlinghoff stehen, wurde ein Facebook-Aufruf gestartet, damit Verbraucher ihre Haaner und auch benachbarten Händler unterstützen können.

Die gesamte technische Umsetzung des Online-Gutschein-Portals „haan-hilft.de“ haben die Fachleute von werbejunge ehrenamtlich in unendlich vielen Wochenend-Arbeitsstunden umgesetzt. So können Kunden jetzt Gutscheine in verschiedenen Preisstaffelungen kaufen, die sie sofort bezahlen und dann später in den von ihnen bestimmten Geschäften, Restaurants oder Friseuren einlösen können.

Sonja Meier – die Geschäftsfrau und Mutter von vier Kindern – kann sich gerade nicht auf die faule Haut legen. Tut sie sowieso nie. Aber jetzt boomt das Geschäft. Sie nimmt Aufträge entgegen, sie kassiert das Geld und sie verteilt es an die weit über 40 Haaner Händler, die sich gerne an diesem Projekt beteiligen. Und zwar ohne Provision. So können sie sich gerade – wenn auch in geringem Umfang – über Wasser halten.

Noch viel wichtiger aber ist die Verbundenheit der Haaner Verbraucher mit ihren Geschäftsleuten, die Sonja Meier gerade spürt. Das Füreinander und das Miteinander prägen die Aktivitäten dieser Haaner Jungunternehmerin, die gerade auch durch die Unterstützung und Beratung der Werbeagentur viel positives Echo erfährt. Vernetzt ist Sonja Meier in Haan vorbildlich.

„Eigentlich bin ich aus Haan nie so richtig herausgekommen“, sagt die ehemalige Schülerin der Emil Barth Realschule, die später ihr Abitur in Wuppertal absolvierte und in Düsseldorf Betriebswirtschaft studierte. Bevor sie sich mit ihrem Kindergeschäft selbständig machte, arbeitete Sonja Meier als Immobilien-Maklerin und als kaufmännische Angestellte bei der Hauptverwaltung der City Class Hotels in Haan.

„Meine Kinder bleiben in diesen Wochen sehr verantwortungsbewußt zuhause“, sagt sie. Zwischen vier und 16 Jahren sind sie alt. Das Kümmern der Mutter reicht von Bespaßung der Kleinen bis zur Unterstützung für die Prüfungen zur Oberstufenzulassung des ältesten Sohnes. „Ich erfahre sehr viel Unterstützung von meinem Mann“, fügt sie noch hinzu.

Peter Meier, genannt „Pete“, ist Musiker und darf jetzt gerade keine Konzerte geben. In den Zeiten von Finchens Kajüte hat er sich mit seiner Gitarre und mit seinem Gesang eine große Fangemeinde erspielt.

Ein wichtiges Standbein im Kindergeschäft „mamarockt“ sind Auftragsnäharbeiten. Und in diesen Pandemiezeiten wird natürlich massenhaft Mundschutz genäht. Die Nachfrage ist so groß, dass die Unternehmerin eine Näherin beschäftigen muss. Sieben Eure kostet ein textiler Mundschutz. Den Stoff, ob uni oder geblümt, kann der Kunde selbst aussuchen. Vor Aufträgen können sie sich kaum retten. „Aber jedes Teil wird sorgfältig gearbeitet. Und das braucht eben seine Zeit“, sagt Sonja Meier.

Zuhause ist sie mitten in Haan. Im Dachgeschoss ihres Hauses gibt es ein Bastelzimmer und natürlich auch eine Nähmaschine. „Sogar meine vierjährige Tochter hat schon eine eigene Nähmaschine und kann gut damit umgehen. Sie näht schon ihre eigenen Barbypuppen-Klamotten“, sagt die Mutter stolz. Auch sie selbst habe das Nähen von ihrer Mutter gelernt. Früher habe sie Handball gespielt. Aber dazu sei sie jetzt „zu alt“, sagt die Jungunternehmerin, die sich gerade erst einmal im vierten Jahrzehnt etabliert hat.