Gruiten verliert seinen Edeka

Samstag ist letzter Verkaufstag: Gruiten verliert seinen Edeka

Samstag ist der letzte Tag, dann schließt der Vollsortimenter an der Thunbuschstraße. Ein Nachfolger soll zwar bereit stehen, der wird jedoch vermutlich erst im kommenden Jahr eröffnen, sofern alles reibungslos funktioniert.

Die Regale sind weitgehend „geräubert“, die Fleischtheke ist schon seit Anfang der Woche geschlossen – im Edeka-Supermarkt Fischer&Nieder in Gruiten springt einen aus allen Ecken die Nachricht quasi an.

Samstag ist der letzte Tag, dann schließt der Vollsortimenter an der Thunbuschstraße. Ein Nachfolger soll zwar bereit stehen, der wird jedoch vermutlich erst im kommenden Jahr eröffnen.

Besonders ältere Kunden hätten in den vergangenen Tagen ihr Bedauern über das Ende des Supermarkts im Gruitener Zentrum zum Ausdruck gebracht, berichtet Firmenchef Anton Nieder auf Anfrage: „Für die war unser Geschäft ein Treffpunkt, in dem man Freunden und Bekannten über den Weg lief und gerne mal einen Plausch hielt.“ Jetzt gibt es, zumindest vorübergehend, nur noch Discounter im Dorf.

Da auch die ebenfalls an der Thunbuschstraße untergebrachte Bäckerei Büsch den Standort aufgibt, wie die Wirtschaftsförderung Haan gestern bestätigte, wird so mancher Gruitener ab kommender Woche vieles vermissen.

Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass die Immobilie mit 1064 Quadratmetern Fläche zum Verkauf steht. Die Wirtschaftsförderung der Stadt hatte daraufhin Gespräche über die Zukunft des Gruitener Einzelhandels aufgenommen.

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In einer Stellungnahme zum Edeka-Wegzug legte sie jetzt nach: Man habe „ seit einigen Monaten intensiv“ sowohl mit dem Immobilieneigentümer als auch mit dem potenziellen neuen Käufer verhandelt. „Wir gehen davon aus, dass die Geschäfte spätestens zum Januar 2019 wieder öffnen, so dass es auch weiterhin einen Vollsortimenter in der Bestandsimmobilie geben wird“, sagt Jürgen Simon, Leiter der Wirtschaftsförderung.

Sobald der Eigentumsübergang rechtskräftig sei, werde die Wirtschaftsförderung sowie der Eigentümer gemeinsam die Öffentlichkeit informieren.

Karlo Sattler hofft, dass dies „eher heute als morgen“ der Fall sein wird. Der Vorsitzende des Haaner Seniorenbeirats weist darauf hin, dass insbesondere für ältere Menschen ein Vollsortimenter-Supermarkt einer der wichtigsten Faktoren dafür ist, ob man sich in seiner Stadt wohlfühlt: „Er muss halt zu Fuß zu erreichen sein”, betont Sattler: „Sonst bringt das nichts.“

Auch Jens Niklaus, Sprecher der SPD-Ratsfraktion im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, hatte erst unlängst betont: „Der Gruitener Edeka-Markt hat für den Stadtteil eine wichtige Nahversorgungsfunktion und ist ein Magnet für den gesamten Einzelhandel an der Bahnstraße.“ Der Standort müsse als attraktive Einkaufsmöglichkeit unbedingt erhalten bleiben.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob und wann dies tatsächlich umgesetzt werden kann.