Bilanz für das Jahr 2021 in Haan Brände und Hochwasser fordern Feuerwehr

Haan · Zu mehr als 5000 Einsätzen musste die Feuerwehr Haan im vergangenen Jahr ausrücken. Ein Großteil davon machen die Notfalleinsätze aus. Besonders das Sturmtief Bernd stellte eine Herausforderung dar.

 Der Ortskern von Gruiten wurde durch das Hochwasser am 14. Juli stark getroffen.

Der Ortskern von Gruiten wurde durch das Hochwasser am 14. Juli stark getroffen.

Foto: Feuerwehr Haan

Es war ein Jahr mit Bränden wie etwa der Großbrand von der abgebrannten Lagerhalle am Schillerpark, der noch gar nicht so lange zurückliegt. In der Nacht vom 5. auf den 6. November hatte eine städtische Lagerhalle unweit des Neuen Marktes gebrannt. Das benachbarte Gebäude wurde dabei so stark beschädigt, dass es abgerissen werden musste. Rund 100 Feuerwehrleute hatten Anfang November gegen die Flammen gekämpft. Aber auch das Sturmtief Bernd vom 14. auf den 15. Juli mit seinen Hochwasserfolgen wird nicht nur den Einsatzkräften in Erinnerung bleiben. Doch sie sind nur Teil eines ereignisreichen Jahres.

Die Feuerwehr Haan ist im Jahr 2021 insgesamt zu 5480 Einsätzen ausgerückt, im Jahr 2020 waren es 5248. Das geht aus der Einsatzstatistik für das Jahr 2021 hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Mit Abstand der größte Anteil entfällt dabei auf die Notfalleinsätze (3281) und Krankentransporte (1426). Insgesamt machen diese beiden zusammen 4707 Einsätze aus, im Vorjahr waren es 4723. Dass die Zahl der Notfalleinsätze gestiegen ist, erklärt Feuerwehrsprecher Mirko Braunheim damit, dass die Leute schneller zum Telefonhörer greifen als früher. „Aber besser lieber einmal zu viel als zu wenig.“ Sinkend sind dagegen die Krankentransporte: Während es 2020 insgesamt 1636 waren, sind es im Jahre 2021 nur 1426 Krankentransporte.

Mit 773 Brandschutz-Einsätzen im Jahr 2021 ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr (525) zwar gestiegen, ist jährlich jedoch schwankend.  Dazu zählen reine Brandeinsätze, vier davon sind Großbrände, fünf Mittelbrände und 52 – und damit die Mehrheit - Kleinbrände.

 An der Straße Ehlenbeck musste die Feuerwehr am 20. November 2011 eine große Strohmiete löschen, die droht auf einen Waldbestand überzugreifen.

An der Straße Ehlenbeck musste die Feuerwehr am 20. November 2011 eine große Strohmiete löschen, die droht auf einen Waldbestand überzugreifen.

Foto: Patrick Schüller

Die Zahl der Technischen Hilfeleistungen ist von 337 im Jahr 2020 um 122 auf 459 (2021) gestiegen. „Das ist auch sicherlich auf das Sturmtief Bernd und die Hochwasserlage zurückzuführen“, erläutert Braunheim. Das Sturmtief hatte vom 14. auf den 15. Juli 2021 für viele überflutete Straßen und vollgelaufene Keller gesorgt. Rund 180 Einsatzmeldungen waren bei der Feuerwehr Haan eingegangen, die folglich priorisieren musste. Wegen des Hochwassers musste die Feuerwehr insgesamt 26 Menschen retten, die in ihren Autos oder Häusern von den enormen Wassermengen eingeschlossen und sich nicht eigenständig befreien konnten, wie etwa an der Mahnertmühle. „Nur vom Löschfahrzeug aus konnten die Personen gerettet werden“, berichtet der Feuerwehrsprecher. An der Flurstraße hingegen war ein Auto mit einer Familie von den Wassermassen mitgerissen worden. Zum Glück konnten alle vier Personen unverletzt befreit werden. Ein Einsatzschwerpunkt war das Dorf Gruiten, wo zeitweise mehrere tausend Liter pro Minute zurück in die Düssel gepumpt werden mussten. „Von den Menschen haben wir eine große Hilfsbereitschaft aber auch Dankbarkeit erfahren“, resümiert Braunheim. Aber auch im Kreis Euskirchen wurde die Feuerwehr Haan nach dem Unwetter mit einem Löschfahrzeug mit siebenköpfiger Besatzung tätig. „Dort haben die Kollegen sehr viel Zerstörung und Leid gesehen und starke Emotionen erlebt“, sagt Braunheim.

Einen recht aufwendigen Brand erlebten die Einsatzkräfte am 21. November 2021: Hunderte Strohballen standen in Flammen in der Ehlenbeck und sorgten für einen langen Einsatz. Im Normalfall lässt die Feuerwehr die Ballen abbrennen und sichert die Umgebung ab. „Da die Flammen drohten auf den Waldbestand überzugreifen, musste die Feuerwehr löschen. Das Schwierige dabei: „Die Strohballen können nicht einfach von außen mit Wasser gelöscht werden, da sie auch im Inneren Glutnester enthalten können. Daher mussten wir das Stroh auseinanderziehen und ausbreiten, um es komplett löschen zu können.“

 Wegen fahrlässiger Brandlegung durch Jugendliche war Anfang November eine Lagerhalle am Schillerpark abgebrannt.

Wegen fahrlässiger Brandlegung durch Jugendliche war Anfang November eine Lagerhalle am Schillerpark abgebrannt.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Fehlalarme gab es im Jahr 2020 insgesamt 213, Alarmierungen wegen Rauchwarnmeldern zehn. Dass Kräfte von Feuerwehr oder Rettungsdienst bei ihren Einsätzen behindert werden, komme zum Glück nur sehr selten vor. „Dafür haben aber die verbalen Angriffe auf unsere Einsatzkräfte zugenommen“, beklagt Braunheim.

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