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Glasfasernetz in Haan wird ausgebaut

Glasfasernetz in Haan : Breitband-Start für 3700 Wohnungen

Einen Steinwurf entfernt vom Gebäude des städtischen Betriebshofs, Ellscheid 9, hat am Mittwoch der Ausbau des schnellen Internets begonnen.

Das zentrale Technikgebäude steht schon – auch wenn es „nur“ ein klassisches Container-Ensemble darstellt. Gleich davor waren der obligatorische Mini-Bagger und drei rote Schaufeln drapiert, wie es sich für einen Ersten Spatenstich gehört. Die Kulisse stimmte also für den offiziellen Start des Breitband-Ausbaus in Haan, den Vertreter der Stadtverwaltung sowie des Unternehmenspartners Tele-Columbus auf den Weg brachten.

Am Ende des insgesamt zwei Jahre umfassenden Projekts sollen FTTH-Internetanschlüsse für rund 3700 Wohnungen sowie Gewerbebetriebe und öffentliche Gebäude stehen. Christopher Koch (Leiter Projektmanagement Infrastruktur) vom ausführenden Unternehmen pepcom brachte denn auch gleich eine gute Nachricht mit: „Noch in diesem Jahr soll das städtische Gymnasium angeschlossen werden“, sagte er.

Insgesamt 500 Kilometer an Glasfaserleitungen wird das neue Netz umfassen, das gefördert von Bund und Land in Haan und Gruiten die sogenannten weißen Flecken (also unterversorgte Liegenschaften) versorgen soll, aber auch allen anderen Gebäudebesitzern offensteht, die ihr Haus mit einem neuen Anschluss versehen wollen. 80 Kilometer beträgt die Trassenlänge.

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Bürgermeisterin Bettina Warnecke und Wirtschaftsförderer Jürgen Simon sind zuversichtlich, dass viele Haaner dieses Angebot annehmen werden. Denn mit den Trassenarbeiten für das Glasfasernetz sollen zeitgleich auch die Hausanschlüsse für Wohngebäude und Gewerbebetriebe installiert werden. Sie nachträglich anzubinden, wäre mit deutlich höheren Kosten verbunden Deshalb warben beim Spatenstich alle Beteiligten auch, Hausbesitzer sollten möglichst jetzt aktiv werden. Auf einer eigenen Website informiert Tele-Columbus unter www.pyur.com/haan über den Ablauf und die Konditionen.

Bis 2024 sollen die Ausbau-Arbeiten dauern. Projektleiter Thomas Drechsler kündigte jedoch bereits an, die Anschlüsse sollten sukzessive erfolgen – nicht erst am Ende der Leitungsverlegungen. Die betroffenen Anwohner wurden bereits persönlich angeschrieben, wer dennoch weitere Informationen benötigt, kann am Donnerstag, 19. Mai, ins Forum Haan, Breidenhofer Straße 1, kommen. Dort beginnt um 18.30 Uhr eine Info-Veranstaltung in Präsenzform.

 Die öffentlich geförderte Zusammenarbeit zwischen der Verwaltung und der pepcom ist nicht das einzige Breitband-Projekt dieses Jahr in Haan. Marktführer Telekom hatte unlängst einen eigenen Ausbau angekündigt – und damit keineswegs Begeisterung bei den Stadtverantwortlichen ausgelöst: Die Stadt hatte 2019 alle Telekommunikationsunternehmen angefragt, ob sie in den nächsten drei Jahren einen eigenwirtschaftlichen Ausbau planten. Die Telekom habe damals zwar etwas für das südliche Stadtgebiet gemeldet, nicht aber für das nördliche, hatte Bürgermeisterin Warnecke im Fachausschuss dazu erläutert. Jetzt werde das Unternehmen jedoch großflächig aktiv – und das hat Folgen.

Die Stadt hat eine Überschneidung der beiden Ausbauprojekte bei knapp 300 Adressen festgestellt. Die würden also doppelt bedient, während in anderen Bereichen des Stadtgebietes keine weitere Ertüchtigung mit Glasfaser zu erwarten sei. Mehr noch: In den Überschneidungsgebieten wird der Fußweg beziehungsweise die Straße dagegen zweimal aufgerissen werden müssen, einmal für die Pepcom und einmal für die Telekom, die im Fachausschuss schon mal ankündigte, ihre Kabel am liebsten in Mindertiefe (also nur etwa 45 Zentimeter unter der Oberfläche) verlegen zu wollen.