GGS Unterhaan verteilt Denkzettel an Verkehrsrowdys

Interview : Unterhaaner Schüler verteilen Denkzettel an Verkehrsrowdys

Mit einer ungewöhnlichen Aktion wollen Unterhaaner Grundschüler Eltern dafür sensibilisieren, ihre Kinder nicht bis unmittelbar vor den Eingang zu fahren.

Die Bilder sind fast jeden Tag gleich: Autos, die in der Sackgasse vor der Grundschule Unterhaan wenden, während Dutzende Kinder zu Fuß über die Straße gehen – immer wieder kommt es vor der Treppe zum Schuleingang zu sehr engen und gefährlichen Situationen für die Kinder, weil Eltern nicht bereit sind, ihren Sohn oder ihre Tochter zwei Straßenecken vor der Sackgasse aussteigen zu lassen. Jetzt wollen die Kinder die Eltern mit einer Verkehrs-Aktion sensibilisieren. Schulleiterin Alexa von Kuenheim erklärt, was sich die Schüler ausgedacht haben.

Frau von Kuenheim, wie gefährlich ist die Hol- und Bringsituation an Ihrer Schule?

Einer der „Denkzettel“, die Grundschüler  bei ihren Aktionen an der Steinkulle verteilen. Foto: GGS Unterhaan

Von Kuenheim Ich halte sie zumindest teilweise für sehr gefährlich. Wir können froh sein, dass noch nichts Schlimmeres passiert ist. Wenn die einen Eltern in die Sackgasse hinein fahren, die anderen gerade drehen und die Dritten auf dem Rückweg sind, können Sie sich ungefähr vorstellen, wie eng es dort zugeht. Und zwischen all den rangierenden Fahrzeugen müssen Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, über die Straße gehen. Das ist auf Dauer nicht tragbar.

Woran liegt das Problem Ihrer Meinung nach?

Von Kuenheim Ganz einfach: Unsere Schule liegt in einem Wohngebiet – es wäre also kein Problem, die Kinder ein oder zwei Ecken früher aussteigen zu lassen. Sie könnten über den Bürgersteig die letzten Meter bis zur Schule gehen. Weil aber immer wieder Eltern meinen, unbedingt bis zur Eingangstreppe vorfahren zu müssen um ihr Kind dort aussteigen zu lassen, ist die kleine Sackgasse zu den Stoßzeiten einfach überlastet.

Was können Sie denn dagegen tun?

Von Kuenheim Die Kinder aus unseren Kinderparlament haben sich etwas ganz Tolles ausgedacht. Sie haben bunte und schön gestaltete Denkzettel gemalt, die sie an die Eltern verteilen wollen.

Wie habe ich mir das vorzustellen?

Von Kuenheim Ich werde irgendwann in den nächsten Tagen jeweils mit einer Klasse und der Klassenlehrerin, ausgestattet mit Warnwesten, Schildern und von den Kindern angefertigten Flyern, am Straßenrand stehen. Die Tage sind den Eltern nicht bekannt. Kommt ein Fahrzeug zum Stehen und setzt ein Kind vor der Schule ab, verteilen die Kinder ihre „Denkzettel“. Und dann hoffen wir auf einen nachhaltigen Effekt.

Was sagen denn die Behörden zu Ihrer Aktion?

Von Kuenheim Die stehen voll dahinter. Wir dürfen natürlich keine Autos anhalten, aber die Zettel durchaus an stehende Fahrzeuge verteilen. Übrigens: Auch die Polizei möchte sich an manchen Tagen an der Aktion beteiligen. Die Termine werden aber nicht bekannt gegeben. Schließlich wollen wir ja einen nachhaltigen Effekt erzielen.

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