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Gewerbegebiet Backesheide Haan: Daimler kann kommen

Haan : Backesheide: Daimler kann kommen

Landschaftsbeirat hat der Änderung des Flächnnutzungsplanes zugestimmt. WLH fordert Planungsstopp.

Nachdem der Beirat der Unteren Naturschutzbehörde einer Änderung des Flächennutzungsplanes nun zugestimmt hat, steht wohl dem Bau eines Nutzfahrzeugzentrums am Autobahnzubringer Haan-Ost nichts mehr im Wege.

Mehr als eineinhalb Jahre sind vergangen, seit der Stadtentwicklungsausschuss den Entschluss fasste, die landwirtschaftlich genutzte Fläche nördlich Backesheide als Gewerbegebiet auszuweisen. Was folgte, waren Debatten mit wütenden Bürgern, die sich von der Entscheidung überrannt fühlten: die Weichen wurden entgegen den beiden Wählergemeinschaften Lebenswertes Haan und Grün-Alternative-Liste gestellt, Unterschriftenlisten durch eine Bürgerinitiative ausgelegt, eine Online-Petition gestartet. Letztlich aber hat die Stadt bereits Ende vergangenen Jahres das Areal an die Daimler AG veräußert, scheinbar wohl wissend, dass sie ihre Hausaufgaben bezüglich der Vorgaben zur Flächenplannutzungsumänderung einwandfrei gemacht hat und somit die Genehmigung für den Industrie- und Gewerbestandort nur noch Form sein könnte.

Nun hat auch der Beirat der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises zugestimmt und keine Bedenken gegen die Nutzungsänderung zur Gewerbefläche geäußert. Zwar gab es vorab noch Anfragen, ob nicht andere Flächen revitalisierungsfähig und damit als Ersatzstandort für den Mercedeskonzern möglich seien, dies aber wurde verneint: in dieser Größenordnung gäbe es keine anderen Grundstücke, die sich eignen würden. Zudem sei der Standort aufgrund seiner unmittelbaren Lage zur Autobahnanschlussstelle Haan-Ost bestens für ein solches Projekt geeignet. Auch aus Artenschutzgründen gibt es laut Vorlage keine Bedenken. „Die Stadt Haan hat sich an die geltenden Vorgaben sehr genau gehalten“, fasst es Georg Görtz, Planungsamtsleiter vom Kreis Mettmann, zusammen.

Weil die Umnutzung als Gewerbefläche Eingriffe in Natur und Landschaft bedeuten, wird das entstehende Kompensationsdefizit durch Zahlungen an den Kreis ausgeglichen. Die Gelder sollen in gewässerbezogene Renaturierungsmaßnahmen im Stadtgebiet Haan fließen.

Seit Donnerstag liegt im Rathaus ein Antrag der Wählergemeinschaft Lebenswertes Haan für den Stadtentwicklungsausschuss am 26. September, vor. Darin fordert die WLH die Aufhebung des Bebauungsplanes „Nördliche Backesheide“. Fraktionsvorsitzende Meike Lukat verweist in ihrer Begründung auf die in der vorigen Woche einstimmig gefasste Resolution für den Klimaschutz. Der Verzicht auf die bisher geplante Vollversiegelung und die Umwandlung von Ackerflächen in Gewerbeflächen könne „eine erste konkrete Maßnahme für die Eindämmung der globalen Erderwärmung“ sein.