1. NRW
  2. Städte
  3. Haan

Geburtstagsparty im Jugendhaus in der Alleestraße eskaliert

Haan : Geburtstagsparty im Jugendhaus endet vor Gericht

Einer der Partygäste war lebensgefährlich verletzt worden - die Berufungskammer bestätigte nun die Strafen gegen die vier Angeklagten.

Die ganze Sache liegt schon beinahe fünf Jahre zurück. Und zumindest zwei der wegen schwerer Körperverletzung zu Bewährungsstrafen verurteilten jungen Männer scheinen derweilen zur Einsicht gelangt sein. Gegen das erstinstanzlich vom Amtsgericht verhängte Urteil hatten sie Berufung eingelegt, die zogen sie nun zurück.

Die anderen Beiden waren gar nicht erst gekommen. Einer von ihnen soll das mit einem nicht startbereiten Auto erklärt haben. Die Berufungskammer am Landgericht verwarf die Berufung, auch diese Urteile sind nun rechtskräftig.

Aber was war überhaupt passiert an diesem verhängnisvollen Abend im Sommer 2015, an dessen Ende ein Partygast mit lebensbedrohlichen Verletzungen auf der Intensivstation gelandet war? Geplant war eigentlich eine private Geburtstagsfeier mit geladenen Gästen. Veranstaltungsort: Das Jugendhaus an der Alleestraße in der Gartenstadt. Einige der Feiernden sollen sich vorher schon zum „Vorglühen“ getroffen haben. Als einer der Gäste im Verlaufe des Abends dazu übergegangen sein soll, junge Frauen „anzubaggern“, soll sich die Lage zugespitzt haben.

  • Ein Angeklagter (2.v.l.), die Verteidiger Dietmar
    Prozess in Bonn : Bewährungsstrafen für Maskenverweigerer nach Supermarkt-Schlägerei
  • Schläge beim Solinger Dürpelfest : Ex-Ordnungsamtsmitarbeiter mit erfolgreicher Berufung
  • Vor dem Landgericht Krefeld wird der
    Krefelder wegen Körperverletzung vor Gericht : Berufungsprozess: Wie kam die Ehefrau in den Kofferraum?

Der Mann sei nach draußen geschickt worden und soll dann weiter auf der Straße vor dem Jugendhaus herumgestanden haben. Befreundete Partygäste sollen sich zu ihm gestellt haben, während ein anderer der Anwesenden drei Freunde per Telefon dazu aufgefordert haben soll, ebenfalls zum Jugendhaus zu kommen.

Dort angekommen, soll einer von ihnen eine Zigarette in Richtung des Mannes geschnippt haben, der zuvor wegen seiner plumpen Anmacherei eigentlich nach Hause geschickt worden war. Aus der Gruppe der Angeklagten heraus soll er dann so heftig mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden sein, dass der junge Mann sofort das Bewusstsein verloren hatte und zu Boden gestürzt war.

Bei dem Sturz war er mit dem Kopf gegen die Kante des Gehwegs geschlagen. Einer der Angeklagten soll den am Boden liegenden Partygast dann auch noch gegen den Kopf getreten haben. Derweilen soll sich inmitten der anderen Partygäste über die Alleestraße hinweg eine Auseinandersetzung entwickelt haben, in deren Verlauf auch andere Anwesenden geschlagen und getreten worden sein sollen.

Zwei der Angeklagten sollen das bewusstlos auf der Straße liegende Opfer von dort weggezogen haben, während eine Zeugin versucht haben soll, erste Hilfe zu leisten. Nach der Notaufnahme im Krankenhaus wurden ein Felsenbeinbruch und eine Hirnblutung diagnostiziert. Die Perforation des Trommelfells soll zu einem andauernden Tinnitus geführt haben und auch dazu, dass der Geschädigte auf dem linken Ohr nur noch dumpf hört.

Das Amtsgericht hatte bereits im Jahre 2017 wegen schwerer Körperverletzung Bewährungsstrafen zwischen sieben und 18 Monaten und eine Geldstrafe verhängt. Nach den zurückgezogenen und verworfenen Berufungen ist dieses Urteil nun rechtskräftig.

Eine andere Zivilkammer hat die vier Angeklagten darüber hinaus zu einer Zahlung von 15.000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer verurteilt.