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Fridays For Future fordert in Haan Ende von „schneller, höher, weiter“

Demo in Haan : Fridays For Future fordert Ende von „schneller, höher, weiter“

„Fridays For Future“ findet nach langer Pause wieder in Haan statt. Die Teilnehmer ziehen zu Fuß vom Neuen Markt über die Kaiserstraße und durch den Schillerpark.

Heilfroh waren die Haaner Aktiven von „Fridays for Future“, endlich wieder aktiv sein zu können. Wegen der Corona-Pandemie hatte die letzte Fahrrad-Demo am 25. März stattgefunden. Jetzt ging es wieder zu Fuß durch die Haaner Innenstadt. Weil die Zahl der Teilnehmer über 20 lag, erlaubte die Polizei den Demo-Zug über die zu dieser Zeit stark befahrene Kaiserstraße.

Viel Geduld brachten die vielen Feierabend-Autofahrer mit. Vom Neuen Markt über die B 228 bis zum Rathaus gingen die  Aktiven, kehrten dort wieder um und liefen durch den Schillerpark zum Neuen Markt. Vom Rathaus grüßte neben der Fahne zum 100. Stadtjubiläum auch eine mit der Aufschrift „Gemeinsam gegen den Klimawandel“.

Lautstark machten die Demonstranten auf sich aufmerksam. Gemeinsam skandierten sie „Was wir wollen? Klimagerechtigkeit“. Aber auch eine Spur aggressiver ging es zu mit Sprüchen wie „Große Autos sind zu dick. SUV fahren ist nicht chic“.  Wortführer Jonas Lütz hatte zu Beginn der Veranstaltung seinen Freunden zugerufen: „Cool, dass Ihr da seid“.

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  Auf ein Treffen während der Schule habe man in diesen schwierigen Zeiten verzichtet, weil man „keinen Stress machen wolle“, sagte Jonas Lütz. Darum sei die Demo auf 16 Uhr angesetzt worden. Von Anfang an sind er uns eine Schwester Nadine Lütz – beide Studiernde in Köln und Aachen – bei den Haaaner FFF-Aktivitäten dabei. „Es muss sich etwas ändern“, sind sich die Geschwister mit den anderen Demonstranten einig. Und Jonas Lütz fügt hinzu, dass sie in der Haaner Politik auch tatsächlich gehört werden und auch zu Wort kommen können.

Am Runden Tisch für den Klimawandel nehme man teil, und Ideen wie zum Beispiel für die Realisierung Energie-schonender Bauprojekte oder Gebäudesanierungen werden inzwischen gehört. Das sind mittel- bis langfristige Vorhaben. Aber die jungen Menschen wollen „am Ball bleiben“. Im September 2019 hatte die erste FFF-Demo in Haan stattgefunden, an der mehr als 700 Menschen teilgenommen hatten. „Jetzt ist es wie ein Neustart“, sind sich die Aktiven einig. Und Nadine Lütz fügt hinzu: „Ich habe das vermisst“.

Ein Anliegen sei ihr die Präsenz bei der Demo am Neuen Markt, sagt die 74-jährige Martha Wagner. Mitlaufen könne sie nicht mehr, aber „Flagge zeigen“, das gehe noch. Martina Schneider-Gaida und ihr Ehemann Reinhard Gaida, die Pensionäre, gingen mit, weil es ihnen „persönlich ein wichtiges Anliegen“ sei. Das Gesellschaftsmotto „höher, weiter, schneller“ müsse ein Ende haben.