Forschertag im städtischen Familienzentrum Haan

Haan: Kindergarten wird zum Wissenschaftslabor

„Alle forschen mit!“ hieß es im Familienzentrum am Bollenberg. Väter und ihre Kinder kamen zum Experimentieren.

Der Luftdruck machte es möglich: Die Kinder füllten ihre Gläser mit Wasser, deckten sie mit Papier ab und drehten sie auf den Kopf. „Das Wasser bleibt drin!“ freute sich die fünfjährige Melinda. Experimente wie dieses und noch viele andere wagte sie am Freitag mit einigen Altersgenossen und den Vätern. Unter dem Motto „Alle forschen mit!“ hatte das Städtische Familienzentrum am Bollenberg gemeinsam mit dem Familienbildungswerk des Deutschen Roten Kreuzes Mettmann zu einem Forschernachmittag eingeladen. Und immerhin eine Handvoll Väter mit ihren Kindern im Alter ab vier Jahren besuchten die Einrichtung an der Robert-Koch-Straße.

„Ich bin Maschinenbauingenier und habe daher natürlich ein starkes naturwissenschaftliches Interesse“, erzählte Reiner Görgen, der mit Sohn Philip (6) in den Gruppenraum gekommen war. Die Begeisterung färbte offensichtlich auf den Spross ab: „Er hat selber auch viel Spaß an der Sache – und manches, was wir hier erleben, haben wir auch zu Hause schon ausprobiert.“ Auf das Programm gestoßen seien sie beim Blick auf den Veranstaltungskalender des Familienzentrums, in dem Philip auch seinen Kindergartenplatz hat. „Hier gibt es viele Angebote“, lobte Görgen.

Unter Anleitung von Helmut Bandosz vom DRK-Familienbildungswerk starteten sie ihre Versuche – im Raum, und teilweise auch im Freien. Da ging es zum Beispiel darum, einen Eimer, in dem sich ein kleiner Ball befand, über den Kopf zu schwingen – mit dem klassischen Effekt: Die Fliehkraft hielt den Ball im Eimer. Auf dem Flur wiederum bauten die Kinder mit ihren Vätern eine kleine Seilbahn für einen Luftballon: Timm Schleif, Vater der kleinen Melinda, pustete vor den Augen der Mitstreiter einen Luftballon auf, setzte eine Klammer an die Öffnung und klebte auf der Haut einen Strohhalm fest. Durch diesen führte er schließlich eine lange Kordel, deren Ende Philip festhielt. Das Resultat: Nach Entfernen der Klammer sauste der Luftballon mit zunehmendem Luftverlust über die Kordel durch den Flur – wenn auch in diesem Fall erst im zweiten Versuch.

Einen Einblick in die Welt der Farben lieferte wenig später ein Kaffeefilter, an dessen Ende ein Vater mit einem Stift kleine schwarze Streifen aufmalte. Nach Kontakt mit Wasser in einer Schüssel breiteten sich die Streifen mit der Feuchtigkeit im Filter aus – und zwar in den Farben, blau, grün und rot. „Schwarz ist eine Mischfarbe“, erklärte Helmut Bandosz, „und das Wasser nimmt die Farbpartikel mit.“ Der spielerische Einstieg in die Welt der Naturwissenschaften kam offensichtlich gut an – nicht nur beim wissbegierigen Nachwuchs: „Ich komme selber aus der Chemie, und bin bei solchen Experimenten gerne dabei“, sagte Timm Schleif.

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