1. NRW
  2. Städte
  3. Haan

Haan: Flüchtlinge: Kitaverein hat große Bedenken

Haan : Flüchtlinge: Kitaverein hat große Bedenken

Die Stadt plant, am alten Grundschulstandort 50 weitere Asylsuchende unterzubringen. Nun schauten sich Politik und Verwaltung dort um.

Bereits jetzt leben auf dem Gelände der früheren Grundschule an der Bachstraße 27 Flüchtlinge. Sie sollen, wenn es nach der Stadt Haan geht, bald neue Nachbarn erhalten: Im alten Schulgebäude könnten 20 weitere Menschen aus Krisenregionen wie Syrien untergebracht werden, wenn die vier dafür vorgesehenen Klassenzimmer umgebaut sind. Außerdem hat die Stadt das frühere Gebäude der Volkshochschule ins Auge gefasst, um dort 30 Flüchtlinge vorübergehend einzuquartieren. Genau das hat den Verein Private Kindergruppe auf den Plan gerufen, deren Vertreter gestern bei einem Ortstermin mit Politikern von FDP, SPD und CDU sowie der Verwaltung ihre Sicht der Dinge darstellten.

Die Vorsitzenden des Vereins, Jeannine Schmid und Tobias Kaimer, haben sich bereits in einem Brief an den Sozialausschuss gewendet, der morgen um 17 Uhr im Rathaus tagt, und bitten darin als Träger der Kita, das Vorhaben deutlich zu reduzieren. "Die drei Räume mit den Fenstern zum Pavillon sind kein Problem", stellten sie fest. Konfliktpotenzial berge jedoch der Raum, dessen Fensterfront an das Außenspielgelände der Kita grenze, sowie das VHS-Haus, das direkt neben der Kita liegt. "Das Problem ist die räumliche Nähe. Wir haben traumatisierte Familien einerseits und spielende Kinder andererseits", betonten sie.

Die Bedenken bezieht der Verein aus seinen Erfahrungen aus den 1990er Jahren, als in der an das VHS-Haus angrenzenden Turnhalle Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien einquartiert waren. "Es gab ein hohes Maß an Aggression. Die Kinder der Familien standen vor der Horttüre und wollten bei uns sein — sie suchten Schutz und Geborgenheit", heißt es im Brief an den Sozialausschuss.

Kämmerin Dagmar Formella stellte fest, dass die Politik die dezentralen Standorte von Flüchtlingsheimen neu bewerten sollte. Einig waren sich die Teilnehmer des Rundgangs, dass das VHS-Haus offensichtlich kein geeigneter Standort ist, weil der Umbau aufwendig und teuer sei. Der Vorsitzende des Sozialausschusses, Bernd Stracke (SPD), forderte die Verwaltung auf, schnellstmöglich eine Übersicht mit den erwarteten Kosten für die Herrichtung der verschiedenen Standorte anzufertigen. Die Entscheidung, wo künftig Flüchtlinge untergebracht werden, das betonten die anwesenden Politiker, müsse den finanziellen Aufwand ebenso berücksichtigen wie das soziale Umfeld.

(RP)