Analyse: Fehlende Kita-Plätze: Eltern machen gemeinsam Druck

Analyse: Fehlende Kita-Plätze: Eltern machen gemeinsam Druck

Es muss endlich ein genügend großes Betreuungsangebot geben. Drei Elterninitiativen haben sich jetzt zusammengeschlossen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Im Hauptausschuss haben sie heute einen prominenten Zuhörer: Landrat Thomas Hendele ist Gast der Sitzung.

Eltern fordern, in Haan eine weitere städtische Kindertagesstätte zu errichten. Dazu sollen der Hauptausschuss heute Abend und der Rat in seiner Sitzung vom 24. April die Weichen stellen. Das fordert der Stadtelternrat in einem offenen Brief an die Fraktionen sowie an die Verantwortlichen der Stadt Haan. Hintergrund: Nach Abschluss des Anmeldeverfahrens fehlen in der Stadt Haan mindestens 70 Kita-Plätze. Es sind Klagen von Eltern zu erwarten, die auf Erfüllung ihres Rechtsanspruches zur Bereitstellung eines Betreuungsplatzes pochen. Kurzfristig soll nun eine Erlebnis- und Wandergruppe am Standort Bollenberg eingerichtet werden. Doch diese eine Gruppe wie auch der geplante Neubau der Kita Erikaweg, dessen Fertigstellung erst für 2020/21 zu erwarten ist, werden den "aufgrund der Kitabedarfsplanungen schon lange bekannten Platzmangel nicht decken", heißt es in dem Brief des Stadtelternrates. Zudem, so führt es die GAL in einem Antrag aus, sei die Zukunft der sanierungsbedürftigen evangelischen Kita "Kurze Straße" ungewiss. Der Stadtelternrat resümiert, dass die Stadt Haan es in den letzten Jahren versäumt habe, ihre Planungen und Entscheidungen an den Bedarf von Plätzen anzupassen. Jetzt sei Gelegenheit, "endlich Entscheidungen zu fällen, die sich langfristig auf eine Verbesserung der Platzsituation auswirken", fordern die Eltern in ihrem Brief. Weitere Prüfaufträge für kurzfristige Notlösungen lehne der Stadtelternrat ab, heißt es kategorisch. Die Geduld der Eltern ist zu Ende.

Unterstützt wird der Stadtelternrat von der "Elterninitiative für Kindertagespflege Haan" und von der "Elterninitiative für ein familienfreundliches Haan". Alle drei Gruppen geben einem Antrag der GAL Rückendeckung, die es für dringend geboten hält, zusätzlich zur geplanten städtischen Kita Erikaweg "mit den Vorbereitungen zur Schaffung einer weiteren städtischen Kindertageseinrichtung zu beginnen". Die GAL fordert den Hauptausschuss und den Rat daher in ihrem Antrag auf, in ihren Sitzungen die dafür erforderlichen Entscheidungen zu treffen.

Dass sich die Haaner Elterninitiativen zusammenschließen, um einer gemeinsamen Forderung Nachdruck zu verleihen, ist selten. Dieses Vorgehen zeigt, dass nun mehr als genug Druck im Kessel ist: Die Mütter und Väter fordern ein Ende der ausschließlich kurzen Lösungen und der Wurstelei. Eine Vielzahl von Eltern wird bei der Sitzung des Hauptausschusses heute Abend (17 Uhr, Sitzungssaal im Rathaus) daher anwesend sein, um diesen Antrag zu unterstützen. Eine kluge Taktik, hat doch der Ausschuss einen prominenten Gast: Landrat Thomas Hendele, der eigentlich zum Thema "Straßentausch" sprechen will, wird gewiss auch den Protest der Eltern verfolgen.

(arue)