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Falsche Polizisten erbeuten in Haan mehrere 10.000 Euro

Betrug in Haan : Falsche Polizisten erbeuten zehntausende Euro

Die echten Polizisten warnen vor der Masche und bieten dazu einen Workshop in Mettmann an.

Mehrere 10.000 Euro Beute haben falsche Polizisten in Haan gemacht. Eine 77 Jahre alte Frau fiel auf den perfiden Trick der Betrüger herein. Die Polizei warnt noch einmal eindringlich vor der Masche der Verbrecher.

Gegen 12 Uhr hatte das Telefon der Haanerin geklingelt. Es meldete sich ein Mann, der angab, Beamter bei der Kriminalpolizei der Kreispolizeibehörde zu sein. Man habe im Umfeld der Wohnanschrift der Haanerin zwei Einbrecher festgenommen, bei denen man einen Zettel mit der Adresse der Haanerin sichergestellt habe. Da noch Komplizen des Einbrecherduos auf freiem Fuße seien, sei die Gefahr groß, dass auch in naher Zukunft bei der Haanerin eingebrochen werden könnte, führte der Mann weiter aus. Sicherer sei es für die Frau, ihre Wertgegenstände und ihr Bargeld zusammenzupacken und in die sichere Verwahrung der Polizei zu geben.

„Durch geschickte Gesprächsführung setzte der Anrufer die 77-Jährige derart unter Druck, dass sie tatsächlich den Schmuck zusammensuchte und obendrein auch noch zu ihrer Bank ging und deutlich über 10.000 Euro Bargeld abhob“, erklärt ein Polizeisprecher. Anschließend packte die Seniorin Schmuck und Bargeld in eine Tasche und stellte diese vor ihre Haustür ab, wo sie von einem Unbekannten ungesehen abgeholt wurde.

Als die Frau am Abend mit einem Verwandten über die Angelegenheit sprach, flog der Schwindel auf, und der Vorfall wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Die Beamten leiteten ein Strafverfahren ein.

Die Ermittler warnen: „Die Polizei wird Sie niemals über Ihre Vermögensverhältnisse ausfragen oder gar Bargeld oder sonstige Wertgegenstände nehmen. Wenn Sie einen solchen Anruf erhalten, legen Sie einfach auf.“ Ähnliches gelte auch für unangekündigte Hausbesuche: „Die Polizei wird Sie niemals zu Hause aufsuchen, und Zugang zu Ihrer Wohnung verlangen“, heißt es weiter. „Rufen Sie in einem solchen Fall die echte Polizei von ihrem eigenen Haustelefon unter der 110 an. Öffnen Sie keinesfalls die Tür.“

Darüber hinaus bietet die Kreispolizei in Mettmann am Samstag und Sonntag, 3. und 4. Oktober, einen Workshop an. „Klüger gegen Betrüger“ heißt er und richtet sich an Senioren sowie ihre Angehörigen. In dem Gebäude am Adalbert-Bach-Platz wollen Beamten über die verschiedenen Varianten der Trickbetrüger informieren. Jeweils von 11 bis 15 Uhr werden die Experten der Kriminalprävention, aber auch speziell geschulte Seniorensicherheitsberater sowie Polizeibeamte des Bezirksdienstes an diesen beiden Tagen Rede und Antwort stehen zu allen Fragen rund um die so genannten ,Straftaten zum Nachteil älterer Menschen durch überörtliche Täter’.

(tobi)