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Fall Formella in Haan - versöhnliches Ende eines Dramas

Fall Formella : Versöhnliches Ende eines Dramas

Vier Jahre akribische Ermittlungsarbeit, jede Menge gefüllte Aktenordner, große politische Auseinandersetzungen – der Fall Formella hat auf vielen Ebenen die Stadt Haan in den vergangenen vier Jahren in Atem gehalten.

Dass sich hinter den 15 Formella jetzt zur Last gelegten Straftaten ganz offensichtlich eher ein menschlich-emotionales Drama verbirgt, als der Wunsch nach persönlicher Bereicherung, macht ihn noch außergewöhnlicher. Es war auch für die Ermittler sicher nicht leicht, in all dem Wust an Spuren, erforderlichen Schadensberechnungen und bei dem Beziehungsgeflecht immer den Überblick zu behalten. Umso bedeutsamer ist es, dass Oberstaatsanwalt Wolf-Tilmann Baumert jetzt – gegen Ende des Verfahrens – noch einmal deutlich macht: „Die Bürgermeisterin hat sich mit ihren ergriffenen Maßnahmen absolut korrekt verhalten.” Die Stadt hatte Formella im Zuge ihres Disziplinarverfahrens zunächst suspendiert und die Bezüge gekürzt. Dies wurde vom Verwaltungsgericht nach einem Eilantrag zunächst zurückgewiesen. Jetzt bekommt die Verwaltungschefin die Bestätigung für ihre Maßnahmen. In diesem Punkt waren sich andere – auch der Verfasser dieses Kommentars – keineswegs immer sicher. Daher heute an Bettina Warnecke die klare Bitte: „Entschuldigung!”

Formella selbst kommt strafrechtlich, sofern der Antrag angenommen wird,  glimpflich davon. Auch wenn ihr noch weitere privatrechtliche Konsequenzen drohen, so bleibt ihr ein öffentlicher Prozess bzw. der Weg ins Gefängnis doch erspart. Das lässt diesen Fall am Ende dann sogar noch einigermaßen versöhnlich enden.