Ex-Vizebürgermeisterin fordert Krisentreffen bei Haaner SPD

Formella-Abwahl : Ex-Vizebürgermeisterin fordert Krisentreffen bei Haaner SPD

Die Kritik altgedienter Sozialdemokraten am Umgang mit der abgewählten Beigeordneten Formella reißt nicht ab. Auch Ex-Unitas-Chef Blau übt Kritik.

Das Erdbeben in der Haaner SPD nach der Abwahl der Ersten Beigeordneten und Kämmerin Dagmar Formella geht weiter. Nachdem in der vergangenen Woche SPD-Urgestein Udo Carraro seinen Austritt aus dem Stadtverband der Sozialdemokraten vollzogen hatte, meldete sich jetzt die ehemalige stellvertretende Vorsitzende Ute Wollmann zu Wort und forderte eine außerordentliche Mitgliederversammlung.

„Die Stadtrats-Fraktion hat das Votum der letzten Mitgliederversammlung komplett ignoriert“, kritisierte die langjährige Vorsitzende des Planungsausschusses.

Wollmann war 24 Jahre im Stadtrat aktiv und mehr als 40 Jahre in der SPD. In einem offenen Brief schreibt sie jetzt wörtlich: „Die Mitgliederversammlung im März hat die SPD-Ratsmitglieder mit überwältigender Mehrheit aufgefordert, sich bei der Abwahl der Beigeordneten Formella der Stimme zu enthalten. Zu meinem großen Bedauern hat sich die Fraktion nicht daran gehalten.“

Die Versammlung sei deshalb wichtig, „damit die Gelegenheit besteht, über die Folgen für die Stadt Haan und die anstehenden Gerichtsverfahren mehr zu erfahren als das bisher der Fall war“. Auch sei die Frage zu klären, welche Kosten auf die Stadt Haan nun zukämen.

Auch der langjährige Vorsitzende des Haaner Parade-Vereins Unitas, Martin Blau, stimmte in den Reigen der Kritiker ein. In einem offenen Brief schrieb er wörtlich: „Was ich nicht verstehe und was auch nicht im mein Bild der Rechtsauffassung passt, ist, dass hier SPD, FDP und CDU  über eine Situation urteilen, ohne die Kämmerin anzuhören.“

Dann fügt er hinzu: „Ihr vertretet die Bürger der Stadt Haan, die euch ihr Vertrauen geschenkt haben. Ich fühle mich hier nicht gut vertreten. Wir hatten in Frau Formella eine kompetente Kämmerin, die viel Einsatz und Verständnis gezeigt hat und das auch in schwierigen Zeiten. Ich finde, dass sie das, so wie das jetzt gelaufen ist, nicht verdient hat.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Bernd Stracke kündigte an, den Vorstoß auf eine vorgezogene Mitgliederversammlung im Vorstand beraten zu wollen und sich auch über Parteivorschriften dazu kundig zu machen. „Alles in allem“, sagte er gegenüber unserer Redaktion, „hätte ich es aber besser gefunden, wenn die Beschwerdeführer mich persönlich oder ein anderes Vorstandsmitglied mal angerufen hätten.“

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