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European Homecare – Neue Flüchtlingsbetreuung nimmt Gestalt an

Haan : Neues Gesicht der Flüchtlingsbetreuung

Die Firma European Homecare stellte ihre Pläne zur Betreuung von Flüchtlingen in Haan jetzt im Sozialausschuss vor.

Am Ende blieben zwar noch viele Fragen offen – dennoch war der erste öffentliche Auftritt von European Homecare in der Stadt Haan ein Schritt nach vorn. Bekam die Firma, die künftig für die Betreuung von Flüchtlingen und Obdachlosen in der Gartenstadt zuständig ist und der viele mit Misstrauen begegnen, doch erstmals ein „Gesicht“ – genauer gesagt sogar zwei.

Adam Lisek wird als Betriebskoordinator künftig für das Projekt in Haan zuständig sein, seine Kollegin Katja Radszuweit ist die Betriebsleiterin. Gemeinsam präsentierten sie jetzt den Mitgliedern des Sozialausschusses und jeder Menge Besuchern, wie sie ihre neue Aufgabe künftig anpacken wollen.

Da war viel die Rede von Zusammenarbeit: „Wir streben eine enge Vernetzung an“, versprach Lisek und nannte dabei unter anderem Wohnungslosenhilfe, Schuldnerberatung, Schwangerschaftsberatung, Suchthilfe, Fachkliniken, Psychosoziale Dienste, Arbeitsverwaltung und Jobcenter, Stadt Haan mit Bezirkssozialdienst des Jugendamtes, Allgemeiner Sozialer Dienst und SG Wohnungswesen, die Bewährungshilfe, VHS „und bedarfsabhängig andere Partner“.

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Als Ausgangspunkt für die Betreuung dient demnach das Beratungsbüro an der Kaiserstraße. „Außerdem bieten wir regelmäßige Beratungs- und Sprechstunden in den Räumen der Düsselberger Straße“, führte der Koordinator weiter aus. Und natürlich werde eine aufsuchende Beratung aller derzeit sechs aktiven Häuser gewährleistet.

Lisek und Radszuweit betonten mehrfach die Erfahrung, die European Homecare in über 100 unterschiedlichen Einrichtungen bundesweit aufzuweisen habe. „Wir sind seit 30 Jahren beauftragt mit der Betreuung und Beratung von Flüchtlingen und Obdachlosen“, hieß es da beispielsweise. Oder auch: „Wir sind nach dem Qualitätsmanagement-Standard DIN EN ISO 9001:2015 geprüft und fortlaufend erfolgreich zertifiziert.“

Schlanke Verwaltung und kurze Entscheidungswege, schnelle und flexible Reaktionen, effizienter und verantwortungsbewusster Umgang mit öffentlichen Mitteln – das alles schrieb sich der neue Anbieter positiv auf die Fahnen, auch mit dem Hinweis darauf, immerhin bereits seit 30 Jahren in dem Themenfeld tätig zu sein.

Für Irritationen bei einigen ehrenamtlichen Kräften im Saal sorgte die Bemerkung, man wolle bei der Betreuung auch aktuelle Hinweise zu Kursen, Aktivitäten und Veranstaltungen des BVV (Gruiten), der Bürgerstiftung (Haan) und anderen geben. Kein Wort über die immerhin mehr als 70 Ehrenamtler, die mit der Caritas zusammenarbeiten. „Da hätten wir uns schon ein wenig mehr erwartet“, sagte eine der ehrenamtlich tätigen Besucherinnen. Die Vorstellung sei eine Absichtserklärung gewesen, aber nicht unbedingt eine Konzept-Präsentation.

Immerhin: In der anschließenden Fragerunde mit den Politikern berichteten Lisek und Radszuweit, von einigen „interessanten Gespräche“ mit möglichen Kandidaten für die drei Sozialarbeiterstellen in Haan. Eine Nachfrage von Meike Lukat (WLH), ob man denn auch schon Kräfte dafür eingestellt habe, wurde nicht eindeutig beantwortet. Es sei durchaus möglich, dass Stellen auch mit bereits vorhandenem Personal aus anderen Städten besetzt würden, hieß es. Klar ist allerdings, dass die künftigen Haaner Mitarbeiter von einem mobilen Schulungsteam ausführlich auf ihren Einsatz vorbereitet werden sollen.

Für Ende des Monats ist dann ein Treffen mit den ehrenamtlich tätigen Betreuungskräften in der Gartenstadt geplant. Ausschussvorsitzender Bernd Stracke (SPD) regte zudem an, European Homecare solle in einigen Monaten über den Fortgang seines Engagements in Haan erneut berichten. Dies wurde spontan zugesagt. Den weiteren Weg werden sicherlich viele beobachten.