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Erstes Gruitener Weihnachtsdorf gestartet

Haan : Ruhiger Start des Weihnachtsdorfes

Der Diebstahl von Stromkabeln brachte die Vorbereitungen in Verzug. Zum Auftakt der Weihnachtsmarkt-Premiere auf dem Gruitener Dorfanger musste improvisiert werden.

Der erste Weihnachtsmarkt auf dem Gruitener Dorfanger hat begonnen. Allerdings brauchte es am Donnerstagnachmittag etwas, bis der Betrieb in Gang kam. Als die Uhren 16 Uhr anzeigten – zu dieser Zeit sollte das „Erlebnis-Weihnachtsdorf“ starten – waren nicht einmal alle Holzhäuser eingeräumt und manches war noch unbeleuchtet. Die Ursache war nicht erfreulich. In der Nacht seien diverse Stromkabel von der Veranstaltungsfläche verschwunden, sagte Organisator Jürgen Kloft. „Wir mussten ziemlich improvisieren.“ Dabei klappte nicht alles auf Anhieb. Das Kabel für den Flammkuchen-Bäcker blieb zu kurz, um die leistungshungrigen Backöfen mit Energie zu versorgen. Als gegen 16.30 Uhr der erste Backfisch verkauft wurde und ab 17.15 Uhr Glühwein ausgeschenkt wurde, wuchs sie langsam – die Weihnachtsmarkt-Stimmung auf dem Dorfanger.

Was wird geboten? Wer vom Haus am Quall aus auf den Markt rund um die Dorffest-Tanzfläche zugeht (dort stehen Tische und Bänke), trifft als erstes auf den Krippenbauer Wilfried Friedrich. Der Leverkusener kann zu jedem seiner Bauwerke eine Menge erzählen. Kahla Souhail hat kleine Dattelstücke zum Probieren drapiert. Auch eine Gewürzmischung lässt sich mit einem in Olivenöl gestipptes Stück Brot testen. Handwerklich in Palästina gefertigte Seife bietet der Düsseldorfer an. Nebenan gibt es aus Olivenholz gefertigte Schalen, Schneidebretter, aber auch Schachspiele; der Händler stammt aus dem syrischen Aleppo.

Von Hand hergestellte und bemalte Steinfiguren von „Andys Steinwelt“ mögen manchem Besucher schon aus einer Vox-Fernsehsendung über Familienunternehmer bekannt sein. Ein weiterer Händler verkauft leuchtende Ballons, Geschenkschleifen oder elektrische Kerzen. Ganz handwerklich ist die Auslage eines Händlers für afrikanisches Kunsthandwerk. Da gibt es geflochtene Taschen oder auch Autos aus Blechdosen.

Ein Haus ist noch gänzlich frei. „Da kommt Samstag und Sonntag ein Kerzenhersteller“, sagt Jürgen Kloft zu. Wo der angekündigte Scherenschleifer aus Solingen abgeblieben ist, konnte der Marktchef Donnerstag nicht in Erfahrung bringen.

Neben Backfisch, frischem Obst und gebrannten Mandeln soll es auch Flammkuchen geben. Die in einem Wellblech-Citroen-Oldtimer eingerichtete Backstube war zunächst aber ohne Starkstrom. Ein Kinderkarussell drehte seine ersten Runden. Der Soundcheck am Nachmittag hatte sofort zu ersten Beschwerden geführt.

Mit seinem Saxophon schlenderte Lars Raddatz durch das Weihnachtsdorf und spielte weihnachtliche Melodien. Bürger- und Verkehrsvereinsvorsitzender Wolfgang Stötzner zeigte Verständnis für die technisch bedingte Verzögerung. Er konnte sich schon vorstellen, dass an künftigen Weihnachtsdörfern auch Gruitener Vereine teilnehmen könnten. Stötzner staunte über die Logistik, die hinter dem Markt steckte. „Das könnten wir als Vereine zusammen gar nicht leisten!“

Bürgermeister-Stellvertreter Klaus Mentrop fand sich auch auf dem Dorfanger ein. „Ich freue mich, dass der erste Weihnachtsmarkt in Gruiten-Dorf stattfindet und hoffe, dass er erfolgreich ist und dass die Gruitener ihn annehmen.“ Er hoffte auf eine ähnliche Toleranz der Nachbarn, wie sie beim Dorffest gezeigt wird.