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Haan: Erkrather Straße - Anwohner protestieren im Rathaus

Haan : Erkrather Straße - Anwohner protestieren im Rathaus

Rund 80 Bürger haben Unterschriften gesammelt. Sie fürchten, dass der Verkehr mehr wird, wenn der Baumarkt in die Nähe zieht.

Aus Sorge um eine erhöhte Verkehrs- und Regenwasserbelastung durch den neuen Baumarkt an der Düsseldorfer Straße haben die Anwohner der nicht weit davon gelegenen Erkrather Straße jetzt eine Bürgerinitiative gegründet. Sie wollen heute im Rathaus eine Liste von rund 80 Unterschriften übergeben. Da Bürgermeister Knut vom Bovert zurzeit in Urlaub ist, wird die Beigeordnete Dagmar Formella den Termin wahrnehmen.

"So geht es nicht weiter", sagt Uwe Voigtländer, der sich eigens einen Tag freigenommen hat, um bei seinen Nachbarn die Unterschriften zu sammeln. Hintergrund des Unmutes sind die Pläne, einen Baumarkt von der Böttinger Straße auf das ehemalige Hagemann-Gelände an der Düsseldorfer Straße zu verlegen. Die Anwohner der Erkrather Straße sowie des Forst- und Ginsterwegs sind alarmiert: "Wir befürchten, dass diese Straßen erheblichen zusätzlichen Verkehr aufnehmen müssen, für den diese Straßen nicht geeignet sind", sagt Voigtländer. Schon jetzt komme es entlang der Erkrather Straße immer wieder zu gefährlichen Situationen. Deutliche Spuren seien an den Blumenkübeln entlang der Fahrbahn zu sehen, die von den Lkw beiseite geschoben oder beschädigt wurden - sichtbare Zeichen einer erhöhten Verkehrsbelastung, sagt Voigtländer.

Auch die Abwasserbelastung macht den Bürgern Sorge. Schon jetzt laufen bei stärkerem Regen die Keller voll (die RP berichtete). Werden durch den Baumarkt rund 10 000 Quadratmeter an Fläche versiegelt - sie befindet sich auf einem höheren Niveau als die Erkrather Straße - befürchten die Anwohner, dass sich dieses Problem noch verstärken wird. "Es besteht die Gefahr, dass die Entwässerung des Geländes zu einem Rückstau im Abwasserkanal des südlichen Teils der Erkrather Straße führt, der in einigen Häusern bei bestimmten Wetterlagen die Keller volllaufen lässt", sagt Voigtländer. Daher fordert die Bürgerinitiative von der Stadtverwaltung ausgleichende Maßnahmen. Die Verkehrsbelastung auf der Erkrather Straße soll reduziert, Schleichwege unterbunden werden, indem der obere Teil als Einbahnstraße ausgewiesen wird, der von der Flurstraße eingehend zu befahren ist, erläutert Voigtländer. Das Ab- und Regenwasserproblem müsse außerdem über eine Kanalsanierung gelöst werden - oder aber mittels eines neu anzulegenden Regenrückhaltebeckens.

Dagmar Formella freut sich auf das Treffen mit den Anwohnern. "Wir begrüßen es, dass die Bürger sich einbringen", sagt sie. Das geschehe auch zur rechten Zeit, den momentan laufe die Offenlage des Bebauungsplans, während der die Bürger dazu aufgefordert sind, Anregungen abzugeben. Die Forderungen der Initiative seien "ein wichtiges Statement, das in die Bearbeitung des Bebauungsplanes mit eingefügt wird", versichert Formella. Das Thema werde von der Politik dann am 9. September im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr beraten.

(RP)