Haan: Entwürfe für die City missfallen den Bürgern

Haan: Entwürfe für die City missfallen den Bürgern

Noch bis Ende Februar können Bürger die Entwürfe von drei Planungsbüros zum Thema "Verschönerung der Innenstadt" im Foyer der Stadtsparkasse begutachten.

Es sind schlichte Stellwände, an denen die Entwürfe festgepinnt sind: architektentypische Zeichnungen und Computeranimationen, dazu einige Informationsunterlagen. Hans Kutscher schüttelt verständnislos den Kopf. "Ich habe hier wirklich große Schwierigkeiten, das Dargestellte zu verstehen", erklärt der 75-jährige Haaner, während er mit dem Finger über den Planungsentwurf "1004" fährt.

"Wo ist denn jetzt hier die Kaiserstraße und wo ist der Kirchplatz?" Karlo Sattler hilft bei einer ersten Orientierung. Der 69-Jährige kommt eher zufällig vorbei. Als Mitglied des Seniorenbeirates sieht er die Pläne nicht zum ersten Mal. "1004 Ist der Siegerplanungsentwurf", erklärt Sattler. "Hier können Sie sehen, dass man der Kaiserstraße einen Alleecharakter verpassen möchte mit viel mehr Bäumen." Er zeigt auf den Verlauf. "Ich sehe da ein großes Problem in Bezug auf die Kirmes, da die Breite der Straße durch die Bepflanzung vermindert wird."

Mit etwas Hilfe findet sich Hans Kutscher nun auch besser zurecht, schaut sich Details genauer an. "Ich finde aber nicht schön, dass der Stadtbrunnen auf dem unteren Neuen Markt in zwei Entwürfen komplett verschwindet. Das ist doch ein Aushängeschild, und die Kinder lieben ihn", kritisiert er.

Viel Gutes kann er - so wie er die Pläne versteht - dem Ganzen nicht abgewinnen. "Wir wünschen uns hier mehr Aufenthaltsqualität innerhalb der Stadt, wenn ich mir die eingezeichneten Sitzgelegenheiten anschaue, bezweifele ich, dass die gut ankommen." Karlo Sattler nickt. "Das haben wir auch schon kritisiert. Harte Bänke, starre Linien, alles nur Design ohne Komfort und teils sogar ohne jeglichen Schattenwurf, da muss auf jeden Fall noch nachgebessert werden." Ein anderer älterer Mann versucht sich einen Eindruck zu verschaffen, gibt nach wenigen Minuten auf. "Da wird man ja erschlagen, da blickt doch niemand durch", schimpft er, winkt mit dem Schirm und zieht von dannen. Gut findet Sattler, dass auf Barrierefreiheit geachtet wurde und Wasserspiele auf dem unteren Neuen Markt für sommerlichen Spielspaß bei den Kindern sorgen sollen. Allerdings: "Ich versuche mich auch mal in Jugendliche hinein zu versetzen. Für die finde ich hier in allen drei Arbeiten überhaupt keinen Zugewinn."

(dani)