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Haan: Eltern bereiten Kinder auf Erstkommunion vor

Haan : Eltern bereiten Kinder auf Erstkommunion vor

21 Katecheten unterrichten in 16 Gruppen 120 Mädchen und Jungen, die nach Ostern das Sakrament der Eucharistie empfangen.

Am Wochenende nach Os-tern ist es soweit: Vor den katholischen Kirchen zeugen die Flaggen am Weißen Sonntag von der ersten Heiligen Kommunion. Zur Vorbereitung auf ihre offizielle Aufnahme in den Kreis der Gemeinde bereiten sich die Kinder aus dem Pfarrverband St. Chrysanthus und Daria Haan sowie St. Nikolaus Gruiten seit November darauf vor, erstmals das Sakrament der Eucharistie zu empfangen. Susanne Schad-Curtis aus dem Pfarrgemeinderat gibt Auskunft zu den Aufgaben der Katecheten, den Inhalt des Kommunionunterrichts und dazu, wie die Eltern über ihre Kinder wieder näher an die Kirche heranrücken.

Wie ist die Kommunionkatechese in Haan und Gruiten organisiert?

Schad-Curtis In unserer Gemeinde haben sich über das Pfarrbüro rund 120 Mädchen und Jungen für die Kommunionvorbereitung angemeldet. Sie sind mit wenigen Ausnahmen Drittklässler und damit etwa neun Jahre alt. Betreut werden sie von 21 Katecheten. Manche arbeiten zu zweit. Dieses Mal gibt es 16 Gruppen mit je fünf bis acht Mitgliedern, die sich seit November wöchentlich für eine Stunde zum Unterricht treffen. In der Regel finden diese Treffen bei den Katecheten zu Hause statt, gelegentlich auch in der Offenen Ganztagsschule.

Wie läuft der Unterricht ab?

Schad-Curtis Die meisten Kate-cheten pflegen einen festen Ablauf, einen Ritus: Die Kinder kommen an, es wird eine Gruppenkerze angezündet, eine ruhige Stimmung stellt sich ein, es folgt ein Gebet, oft auch ein Lied. Erst dann beginnt der Unterricht. Wir greifen auf Methoden zurück, welche die Kinder ansprechen. Wir malen, basteln, spielen und backen mit ihnen, um ihnen dabei die Inhalte näher zu bringen. Es gab schon Kollegen, die mit Playmobil-Figuren den Ablauf eines Gottesdienstes nachgespielt haben. Die Kinder haben dabei meist sehr viel Spaß. Das ist auch das Ziel, das wir verfolgen: Die Kinder sollen sich in der Gemeinde wohlfühlen.

Drücken sich diese Bemühungen noch anders aus?

Schad-Curtis Ja, dieses Jahr haben wir mit allen Kindern an einem Wochenende jeweils ein Stationspiel in Haan und Gruiten rund um die Kirchen organisiert. Die Kinder sollten die Umgebung kennenlernen, in der sich die Gemeinde bewegt. In Gruiten besuchten sie auch den Friedhof und die Sakristei, in Haan gab es ein Quiz zur Gemeinde.

Welche Inhalte vermitteln die Kate-cheten den Kindern?

Schad-Curtis Im Mittelpunkt steht traditionell das Leben von Jesus Christus und seinen Jüngern. Doch auch die Feste des Kirchenjahres und die Sakramente wie Taufe und Buße stehen auf dem Programm. Hinzu kommt der wöchentliche Besuch des Gottesdienstes, zu dem unser Pfarrer Reiner Nieswandt ganz bewusst stets auch die Eltern einlädt. Überhaupt ist es uns wichtig, die Eltern einzubinden. Der Pfarrer bietet zum Beispiel spezielle Gespräche an, um den eigenen Glauben neu zu entdecken.

Was passiert nach der Aufnahme der Kinder in die Gemeinde?

Schad-Curtis Die Gruppe der Erstkommunionkinder ist für unsere Gemeinden vor allem die wichtigste Adresse, um neue Messdiener anzuwerben. Doch viele der Jungen und Mädchen folgen auch dem Ruf unserer Kantorin Annika Rygus-Hartmann und werden Mitglieder im Kinderchor. Es tauchen zwar auch einige Kinder wieder ab, doch im Gegenzug wollen sich viele Eltern wieder stärker in der Gemeinde engagieren.

Wie werden die Katecheten ausge-bildet und betreut?

Schad-Curtis Um neue Katechten —oftmals sind das Kommunionmütter und -väter — anzuleiten und auf ihre Aufgabe vorzubereiten, organisieren wir Katechetenabende. Anno Schmitz und Annegret Buchart vermitteln dabei das nötig Wissen und sorgen für ein gestärktes Selbstvertrauen.

Gibt es von Gemeinde zu Gemeinde Unterschiede in der Katechese?

Schad-Curtis Nein, grundsätzlich nicht. Allerdings achtet unser Pfar-rer darauf, dass die Kinder in dem Gottesdienst, in dem sie erstmals die Kommunion empfangen, in die Liturgie eingebunden werden, wenn sie es gern möchten. Sie können dann eine einfache Aufgabe übernehmen. Außerdem bieten wir dieses Jahr zum ersten Mal auch eine Feier der Erstkommunion am Samstag an. Darüber haben sich viele Familien gefreut, die Besuch von Verwandten von weiter her empfangen

DANIEL OELBRACHT STELLTE DIE FRAGEN.

(RP)