Einbrüche in Haan, Erkrath, Borken. Verurteilter legt Berufung ein

Haan: Einbrüche in Serie: Verdächtiger streitet Tatvorwürfe ab

Es hat schon seinen Grund, warum das Landgericht Wuppertal aus Marmor, Stein und Eisen gebaut wurde. Wäre es aus Holz, dann hätte man Montag möglicherweise inmitten hanebüchener Lügengeschichten das Ächzen der Balken bis nach Haan, Hilden und Erkrath hören können.

Der 32-jährige Albaner jedenfalls hatte gegen die Verurteilung wegen seiner angeblichen Teilnahme an einer Einbruchsserie in noblen Eigenheimen dieser Städte Berufung eingelegt. Dazu wurde auch ein Landsmann als Zeuge gehört, der mit seinem Bruder zu der Einbrecherbande gehörte. Beide waren bereits rechtskräftig verurteilt worden – besonders der Bruder war mit den sieben Jahren und drei Monaten gar nicht glücklich, hatte er die Strafe doch angeblich nur der falschen Beschuldigung durch den heutigen Berufungsführer zu verdanken. Andererseits hatte sein Bruder bereits vor dessen Verurteilung schweres Geschütz aufgefahren und den 32-jährigen Angeklagten der Teilnahme an allen fünf Einbrüchen beschuldigt.

Angefangen hatte die Einbruchsserie im Oktober 2015 in Erkrath. Ein Einfamilienhaus wurde in Abwesenheit der Besitzer aufgebrochen und Wertsachen in nicht unerheblicher Höhe erbeutet. Gleiches passierte dann Mitte November in Haan unterhalb des Krankenhauses. Hier verschwand Schmuck im Wert von 27.000 Euro. Es folgten Raubzüge am Ginsterweg und an der Adenauerstraße, auch dort landeten Bargeld und Schmuck im Wert von 16.000 Euro im Rucksack. Einzelfälle waren das nicht, wie sich später herausstellte. Im gleichen Zeitraum wurden vornehme Gegenden in Willich und Borken professionell ausgenommen.

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Ausgehend von einem Fahrzeug, das Anwohnern in Borken aufgefallen war, dem brillanten Foto dieses Autos und seiner Passagiere in einer Radarfalle zwischen Vohwinkel und Haan zum Datum eines Einbruchs und der Identifizierung der Beifahrer, schloss sich der Kreis um die Verdächtigen. Beim ersten Prozess in Essen zur Serie in Borken wurde einer der Verdächtigen von den Zuschauerplätzen weg verhaftet, als Folge der Beschuldigung durch den nun hier Angeklagten.

Es hagelte Gegenbeschuldigungen – angeblich aus Rache, wie der Zeuge nun einzuräumen versuchte. Er selbst sei auch nur hilfsweise bei den Einbrüchen dabei gewesen – er habe Taschen getragen, aber nie irgendwas aufgebrochen oder gar mitgenommen. Der Richter wies ihn auf die Folgen falscher Zeugenaussagen hin und las ihm die konträren Aussagen der ersten Verhandlung vor. Das war der Moment, an dem die Balken knirschten und das Lügengebäude einzustürzen drohte. Und dann gab es plötzlich den „großen Unbekannten“, der nun beschuldigt wird, für alles verantwortlich zu sein. Ob sich das wirklich erhärtet, wird sich bei den Folgeterminen zeigen.

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