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Ein Karton voll Mundschutz für die Haaner Stadtratssitzung

Haan : Karton voll Mundschutz für Ratssitzung

Gewissermaßen im Corona-Modus hat der Stadtrat am Dienstagabend getagt: Bei der Sitzung im Schulzentrum Walder Straße wurde am Eingang Mundschutz für alle Teilnehmer bereitgestellt. Am Ende blieben jedoch nur die Vorsitzenden der einzelnen Fraktionen im Plenum. Zehn Besucher verfolgten das Geschehen.

Dass dieser Abend im Schulzentrum Walder Straße keine normale Stadtratssitzung sehen würde, wurde schon vor dem Gebäude deutlich: Flaschen mit Desinfektionsmittel sowohl am Eingang, als auch direkt an der Tür zur Aula, dazu eine Kiste mit Mundschutz zur Selbstbedienung und Listen, in die sich jeder Besucher eintragen lassen musste – so tagt das höchste Gremium der Stadt in Zeiten des Coronavirus.

Auch die Sitzordnung war betont großzügig ausgefallen. Jedes Ratsmitglied saß an einem eigenen Tisch mit einem Mindestabstand von zwei Metern zum nächsten Nachbarn. Weniger sei nicht zu verantworten, befand der Haaner Onkologe Edwin Bölke, der für die CDU im Stadtrat sitzt. Er ist geschäftsführender Oberarzt am Uniklinikum Düsseldorf und forscht dort als Strahlentherapeut. Intensivmedizin ist ihm vertraut. Eigentlich dürfe die Hälfte der Ratsmitglieder „heute gar nicht hier sein“, sagte Bölke vor der Sitzung: „Die zählen alle zur Risikogruppe.“

Infolgedessen stellte Bürgermeisterin Bettina Warnecke zu Beginn der Sitzung noch einmal das Sollstärken-Modell vor, demzufolge nur die Fraktionschefs und fraktionslose  Stadtverordnete anwesend sein müssen. Diese würden dann über die kompletten Stimmen ihrer jeweiligen Fraktion verfügen.

Der Vorschlag erntete einhellige Zustimmung – auch bei der WLH, die ihr „Ja“ zuvor immer davon abhängig gemacht hatte, dass die Tagesordnung „auf das absolut notwendige Mindestmaß“ abgespeckt würde. Jetzt gab auch sie grünes Licht  – und die Mehrheit der Ratsmitglieder durfte wieder nach Hause gehen.

Ganz absagen wollte Warnecke die Veranstaltung indes nicht. Zu wichtig sei etwa die Entscheidung über die Projektfreigabe der Gesamtschule (mit Mensa). Die solle schließlich zum Schuljahr 2022/23 starten und dulde keinen Aufschub.