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Dr. Peter Rensmann eröffnet Praxis für Schmerztherapie in Haan

Hilfe bei Schmerzen : Angst macht Schmerzen

Schmerzmediziner Dr. Peter Rensmann praktiziert in Haan und warnt vor Verschleppung von Krankheiten in Corona-Zeiten. Der frühere Anästhesie-Chefarzt am Haaner Krankenhaus erfüllte sich mit seiner eigenen Praxis einen Traum.

Linderung nach über 30 Jahren permanenter Spannungskopfschmerzen, Migräne und einer langen Geschichte bei unterschiedlichsten Ärzten, zugleich eine deutlich höhere Lebensqualität: Die Gruitenerin Julia Hermann kann aus eigener Erfahrung sagen, was eine gute Schmerztherapie zu leisten vermag. Sie ist in Behandlung bei Dr. Peter Rensmann. Der Arzt, bis 2019 Chefarzt der Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin am St. Josef-Krankenhaus Haan, praktiziert seit neuestem am Neuen Markt mitten in Haan.

„Es war all die Jahre eine Odyssee, der Leidensdruck war riesig“, sagt Hermann. Jetzt aber ist ihr klar geworden: Man kann doch etwas tun gegen die Schmerzen, muss sich ihnen nicht ergeben. Dabei hilft ihr nicht nur ihr neuer Arzt, sondern auch viel Eigeninitiative: Physiotherapie und Muskelentspannung gehören ebenso dazu wie eine veränderte Einstellung, dass sie selbst Mittel und Möglichkeiten gegen den Schmerz an die Hand bekommen hat.

Peter Rensmann indes erfüllt sich mit seiner eigenen Praxis für integrative Schmerzmedizin, spezielle Schmerztherapie, Palliativmedizin und Notfallmedizin einen Herzenswunsch: Als Anästhesist hat er die Leiden seiner Patienten immer wieder erlebt und nach Lösungen gesucht, die ihn schließlich schon vor vielen Jahren zur Therapie chronischer Schmerzen führte. Dabei setzt er von verschiedenen Seiten an. „Es ist schließlich ein ganzheitliches Problem. Die Schmerzen haben immer den ganzen Menschen im Griff“, betont der Anästhesist. Deshalb kombiniert er zum einen die Schulmedizin mit der alternativen Medizin. Zum anderen ergänzt er die körperliche um die psychosomatische Behandlung „Schmerzpatienten haben immer ein körperliches und ein psychisches Problem“, sagt der Arzt. Denn dauerhafte Beschwerden verändern den Menschen, belasten ihn in seinem ganzen Wesen. 75 Prozent seiner Patienten leiden unter Schmerzen in Muskeln und Gelenken, die anderen unter Nerven- und Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen und psychogenen Schmerzen. Ihnen hilft er mit Schmerzmedikamenten in Kombination mit Infiltrationen und Injektionen, Physiotherapie und Psychotherapie (beides in Kooperation mit anderen Spezialisten) und sanften alternativen Methoden wie autogenem Training, Akupunktur, Entspannungstechniken und Elektrotherapie. Bachblüten und spagyrische Mittel aus der Naturheilkunde können ebenfalls Einzug in die Behandlung finden.

Der Bedarf an gezielter Schmerztherapie, da ist sich Rensmann sicher, steigt sowohl allgemein als auch speziell in den aktuellen Corona-Zeiten. „Die Bevölkerung wird immer älter. Tempo und Druck des Lebens nehmen zu, die Anforderungen werden höher. Die Menschen achten nicht auf sich, verschleppen Schmerzen, bis sie chronisch sind“, beobachtet der Fachmann. Außerdem mache die Angst Schmerzen.

Gerade jetzt sei es sehr gefährlich, den richtigen Zeitpunkt für die Behandlung zu verpassen, sieht Peter Rensmann ein großes Risiko darin, wegen der Sorge vor Ansteckung mit dem Corona-Virus nicht rechtzeitig zum Arzt zu gehen. „Ich bin da“, bietet er Schmerzpatienten deshalb seine Unterstützung gerade in dieser oftmals schwierigen Situation an. Für sie nimmt er sich die notwendige Zeit, um dem Schmerz auf den Grund zu gehen und ihn in den Griff zu bekommen.