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Donaldson in Haan: Ohne Gasanschluss droht Baustopp von 8-Mio-Projekt

Haan : Ohne Gasanschluss droht ein Baustopp

Donaldson Filtration errichtet an der Ecke Büssingstraße/Steinkulle eine neue Produktions- und Entwicklungshalle. Vor vier Monaten schon beantragte das Unternehmen beim Haaner Gasnetzbetreiber Westnetz einen Gasanschluss. Der ist bisher noch nicht hergestellt worden. Und jetzt drängt die Zeit.

Das amerikanische Unternehmen Donaldson Filtration investiert gerade acht Millionen Euro in eine neue Produktions- und Entwicklungshalle an der Ecke Büssingstraße/Steinkulle. Anfang Oktober fand der symbolische erste Spatenstich statt, und für Juli gibt es schon Aufträge, die bereits im Neubau produziert werden müssen. Doch jetzt droht ein Baustopp. Denn auch gut vier Monate nach dem Antrag auf einen neuen Gasanschluss hat die Westnetz noch nicht geliefert. „Die Rechnung aber liegt schon seit 10. Januar vor“, merkt Markus Jäschke kopfschüttelnd an. Als technischer Projekteinkäufer betreut er das Neubauvorhaben von Unternehmensseite und weiß, dass der Anschluss in der kommenden Woche verlegt werden muss. Sonst kann der Generalunternehmer die Betonierarbeiten nicht fortsetzen.

Die bisher genutzte provisorische Gasleitung wird jetzt noch einmal verlegt. „Die 1500 Euro dafür haben wir nicht budgetiert. Aber wir hatten gedacht, dass ein Vorlauf von vier Monaten für einen Gasanschluss kein Problem darstellen sollten“, sagte Jäschke. Der Stromanschluss (durch Westnetz) und der Zugang zum Wassernetz (durch die Stadtwerke Haan) sind längst erledigt. Beim Gas werden die Auftraggeber mit Blick auf den engen Bauzeitenplan aber langsam ungeduldig.

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„Wir haben uns vermittelnd eingeschaltet“, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Stefan Chemelli. Tief- und Rohrbauer stehen bereit. Sie müssen jetzt darauf warten, dass der Gasübergabeschrank geliefert wird. Auch die Wirtschaftsförderung der Stadt hat versucht, den neuen Gasanschluss für Donaldson zügig auf den Weg zu bringen.

Seit 1. Januar 2018 hat die Stadtwerke Haan GmbH ihr Gasnetz an die Westnetz verpachtet. Seither tritt der örtliche Versorger nur noch als Verkäufer des Gases auf. Für alles andere ist die Westnetz zuständig. Während Stadtwerke-Chef Chemelli für die kaufmännische Seite auf Kostensenkung, Effizienzsteigerung und günstige Einkaufsmöglichkeiten verweist, durch die den Kunden moderate Preise geboten werden können, singen Installateure auf der technischen Seite ein anderes Lied. Mehrere örtliche Heizungsbauer – sie möchten ungenannt bleiben – berichteten gegenüber der Rheinischen Post, dass manches rund um neue Gasanschlüsse zeitraubend bis schwierig geworden sei. Selbst bei Einfamilienhäusern mit Anschlussleistungen von 15 bis 25 Kilowatt komme es immer wieder zu Wartezeiten von zwei bis vier Wochen bis zur Zählermontage. Der Kontakt mit den Ansprechpartnern bei Westnetz wird übereinstimmend als gut beschrieben. Das Gebiet sei aber wohl zu groß. Tatsächlich ist Haan (neben Velbert) die einzige Stadt im Kreisgebiet und weitum allein, die zum Westnetz-Gasgebiet gehört.

Donaldson hat vor drei Jahren ein neues Filterprodukt entwickelt und dafür einen Reinraum geschaffen. Anfangs arbeiteten dort vier Mitarbeiter in einer Schicht. Heute sind es sieben in drei Schichten. „Wir brauchen dringend einen zweiten Reinraum“, betont Markus Jäschke. „Wenn es die technischen Fachleute der Stadtwerke Haan nicht gäbe“, ist Jäschke dankbar, „würde ich wohl nur noch in der Kirche sitzen und beten!“ Jetzt warten alle Beteiligten darauf, dass der Anschluss für 500 Kilowatt endlich hergestellt wird.