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Die Stadt Haan hat ihr erstes Kinderparlament

Haaner Kinder wählten : Die Stadt Haan hat seit Samstag ihr erstes Kinderparlament

Sechs- bis Elfjährige durften in den vergangenen zwei Wochen wählen. Die Auszählung der Ergebnisse im Rathaussaal verfolgten sie per Livestream. Die Politiker gratulieren den jungen Kollegen.

Die Haaner Mädchen und Jungen haben gewählt. Und das mit enormer Wahlbeteiligung: Von 1626 Wahlberechtigten gaben 1352 ihre Stimme ab, also knapp 83 Prozent. Vom 2. bis zum 14. November konnten die Kinder an ihren Schulen sowie in Wahllokalen wählen. „Der Zuspruch war wirklich riesig, das freut mich sehr“, sagt Sarah Wendel. Die gelernte Erzieherin und Kindheitspädagogin betreut das Kinderparlament, das in Haan erstmals gewählt wurde. Bis zum Corona-Lockdown im Frühjahr und unter den aktuellen Hygienebedingungen in diesem Schuljahr war sie an allen Schulen im Stadtgebiet unterwegs, erklärte das Projekt und wie die Kinder mitwirken können.

Schon bei ihren Kontakten mit den Schülern fiel ihr das große Interesse der Mädchen und Jungen auf. Eifrig bastelten sie Wahlplakate und wussten sehr genau, wofür sie sich einsetzen möchten – für die Umwelt beispielsweise. An ihren Schulen konnten die Kinder nun ihre Stimmen abgeben. Für Sechs- bis Elfjährige, die in Haan wohnen, aber Schulen außerhalb des Stadtgebietes besuchen, standen weitere Wahllokale zur Verfügung.

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Die Auszählung der Stimmen dauerte lange: Mehr als vier Stunden war Sarah Wendel im mit Wahlplakaten geschmückten Haaner Ratssaal beschäftigt. „Es gab nicht nur eine hohe Wahlbeteiligung, sondern auch sehr viele Kandidaten, nämlich 181.“ Bürgermeisterin Bettina Warnecke kam ebenfalls hinzu und half ein wenig bei der Auszählung der Stimmen. Einen großen Dank spricht Sarah Wendel den Mitgliedern des Jugendparlamentes aus: Diese sorgten dafür, dass die Auszählung per Livestream übertragen wurde, sodass alle Interessierten zumindest aus der Ferne mitfiebern konnten. „Das hat wunderbar und total reibungslos geklappt“, beschreibt Sarah Wendel. Die Jugendlichen moderierten den Stream auch und interviewten zum Beispiel Sarah Wendel.

Die gewählten Vertreter der einzelnen Schulen sind: Kira Ditze, Levin Clever und Adele Maiber (GGS Bollenberg), Anna-Maria Weschenbach, Sophia Arevjev, Lisa Fries und Noah Krüger (GGS Mittelhaan), Linus Kremer, Benedikt Kaimer und Emilia Sommer (Don-Bosco-Schule), Leatizia Szameitat, Alver Aaron Essen und Liara Sprenger (GGS Unterhaan), Eric Sandham und Clara O’Brian (Waldorfschule), Luca Gerling, Malak Khandoqje und Lennox Dohle (Gesamtschule), Carlotta Kirchhoff, Konrad Volk und Isabelle Kölsch (Gymnasium), Leon Kuhlmann, Felix Schnatze, Friederike Nell und Clara Julius (GGS Gruiten) sowie Leonie Heimsch, die in Haan wohnt, aber eine Schule außerhalb besucht.

Das Kinderparlament wird sich nun für die Belange Gleichaltriger einsetzen, es wird Mitbestimmung bei Themen geben, die Kinder in Haan betreffen, außerdem Projekte und – sobald die Corona-Situation es erlaubt – Sitzungen und Aktionen.

Aus der „großen Politik“ der Stadt gab es bereits Gratulationen. Vincent Endereß (CDU) erklärte: „Wir bedanken uns bei Euch, liebe Kandidatinnen und Kandidaten, für Euren Einsatz. Die Wahlbeteiligung ist überwältigend hoch, das bekommen wir Erwachsenen so nicht hin – wirklich beeindruckend. Allen gewählten Mitgliedern gratulieren wir ganz herzlich und freuen uns sehr auf einen spannenden Austausch.“

Auch die Mitglieder SPD-Ratsfraktion gratulieren allen Kinderparlamentariern zur Wahl. Die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Marion Klaus, wünscht „viel Erfolg und viel Spaß bei der Arbeit im Kinderparlament“. Marion Klaus ist überzeugt, dass man „zukünftig das Kinderparlament auch mit einbeziehen muss, wenn es zum Beispiel um Fragen geht, Haan klimafreundlicher zu gestalten oder die Verkehrssituation für die Kinder zu verbessern.“

2018 hatte die Haaner SPD-Fraktion den Antrag für die Einrichtung eines Kinderparlamentes in Haan gestellt. Ebenfalls erfreut zeigten sich die Jusos, die Jugendorganisation der SPD. „Als wir unseren Antrag zur Einführung eines Kinderparlamentes gestellt haben, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dies ein solcher Erfolg werden würde. Gemeinsam mit der SPD-Fraktion konnten wir hier Tolles erreichen und die Wahlbeteiligung von 90 Prozent kann sich mehr als sehen lassen", erklärte der stellvertretende Juso-Vorsitzende Max Plümacher.

Einen großen Dank sprechen CDU und SPD Sarah Wendel, der Koordinatorin des Kinderparlamentes, dem Jugendparlament und allen Beteiligten aus, die bei dem Auszählen der Stimmen geholfen haben.