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Deutsche Bahn erstellt neues Gutachten zum Zuglärm in Gruiten

Anwohnerschutz : Die Deutsche Bahn untersucht den Zuglärm in Gruiten

In einer Antwort auf eine CDU- Anfrage räumt der Konzern mögliche Schallschutzmaßnahmen ein.

Die Deutsche Bahn erstellt zurzeit für den Bereich Gruiten ein neues Lärmschutzgutachten. Diese neue „schallschutztechnische Erstuntersuchung“ sei notwendig geworden, weil sich die Grundlage wegen einer Überarbeitung der Förderrichtlinie verändert habe, teilte das Unternehmen jetzt mit. Ein Zwischenergebnis liege aber noch nicht vor.

Die Bahn antwortet damit auf ein Schreiben des Landtagsabgeordneten Christian Untrieser (CDU). Der hatte gemeinsam mit dem Gruitener CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Jens Lemke die Schaffung eines aktiven Schallschutzes für die Bürger in Gruiten südlich der Bahnlinien gefordert. „Aus verschiedenen Lärmemissionskarten wissen wir, dass einige Straßenzüge an der Bahnstrecke sehr stark von Lärm betroffen sind”, hatte Untrieser betont. Anwohner hätten das bestätigt. Die Christdemokraten wollten daher wissen, „ob und wann die Bahn diesen Streckenabschnitt mit Lärmschutzmaßnahmen, wie etwa Schallschutzwänden, ausstattet.“

In seiner Antwort teilt der für NRW zuständige Konzernbevollmächtigte Werner Lübberink jetzt mit, der betreffende Bereich sei im sogenannten freiwilligen Lärmsanierungsprogramm des Bundes enthalten.  Grundlage sei die „Richtlinie für die Förderung von Lärmsanierungsmaßnahmen an Schienenwegen des Bundes“, die zum 1. Januar 2019 in überarbeiteter Fassung veröffentlicht wurde. Sie hat bestimmte Lärmpegel als Grenzwerte festgelegt. Bei Überschreitung sei eine Bearbeitung im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms möglich, schreibt Lübberink. Die Bedingungen seien „in den letzten Jahren zugunsten der Anwohner verbessert worden und haben einen größeren Umfang der Förderberechtigten ermöglicht”.

Sobald das Ergebnis der Untersuchung vorliegt, sollen „Art und Umfang der geplanten Lärmschutzmaßnahmen mit der Kommune abgestimmt” werden, kündigt die Bahn an. Das erforderliche Planrechtsverfahren dauere in der Regel allerdings mehrere Jahre.

Immerhin: In einem weiteren Punkt deutet der Konzernbevollmächtigte eine mögliche Zusammenarbeit an. Jens Lemke hatte darauf hingewiesen, dass Straßen.NRW für die nächsten Jahre die Erneuerung des Brückenbauwerks der L 357 plane, mit dem auch eine Streckensperrung der Bahnlinie einhergehe. „Wir sehen eine parallel laufende Errichtung einer Schallschutzwand als überaus sinnvoll an“, betonte er. Lübberink nahm das Argument jetzt auf und versicherte: „Grundsätzlich“ werden „auch wir versuchen, verschiedene Baumaßnahmen in einem Korridor zu bündeln, um die Auswirkungen auf unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten.“