Der ganze Kreis Mettmann stadtradelt nach Gruiten

Klimaschutz : Der ganze Kreis radelt nach Gruiten

Wettbewerb für den Klimaschutz: Rund 300 Fahrradfahrer haben bei der Sternfahrt zum Auftakt des „Stadtradelns“ teilgenommen.

Nacheinander erreichen zahlreiche Radfahrer den Dorfanger in Gruiten-Dorf auf der Pastor-Vömel-Straße. In der Luft liegt ein Kaffee- und Kuchenduft, bei dem die Radfahrer zusammenkommen und sich austauschen. Schließlich begrüßt die Haaner Bürgermeisterin Bettina Warnecke die Sportbegeisterten und überlässt Pfarrer Hanno Nell und Diakon Tobias Menke das Wort, die allen Radfahrern innerhalb eines kurzen ökumenischen Gottesdienstes ihren Segen aussprechen.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Haan hat zum Auftakt des Stadtradelns am Sonntag Radfahrer aus Haan und dem Kreis Mettmann zu einer Sternfahrt eingeladen. Fahrradfahrer sind in selbst gebildeten Teams oder eigenständig von ihrem Heimatort nach Gruiten geradelt und haben sich dort getroffen. „Diese Auftaktveranstaltung haben wir jetzt zum zweiten Mal organisiert. Im vergangenen Jahr war der Treffpunkt in Mettmann, und im kommenden Jahr wird der Treffpunkt dann in einer anderen Stadt sein, sodass die Orte innerhalb des Kreis Mettmanns rotieren“, erklärt Sonja Kunders, die die Öffentlichkeitsarbeit für die Stadt Haan macht.

Beim Stadtradeln handelt es sich um eine bundesweite Veranstaltung, bei der innerhalb von drei Wochen Fahrradfahrer innerhalb ihrer Stadt so viele gefahrene Kilometer sammeln wie möglich und diese auf der Webseite eintragen. Am Ende dieser Aktion gewinnen die Teams, die Fahrer sowie die Fahrerin mit den meisten zurückgelegten Fahrradkilometern. „Haan hat momentan für das Stadtradeln 41 angemeldete Teams mit 237 Radfahrern. Zwischen den Kreisstädten gibt es auch Konkurrenz, und man kann über die Internetseite mitverfolgen, welche Stadt die meisten zurückgelegten Kilometer hat“, erzählt Kunders. Die Gewinner des Wettbewerbs erhalten Preise wie Fahrräder, Fahrradhelme, Navigationssoftware oder Fahrradtaschen.

Reinhard Groß ist Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Haan und hat eines der Haaner Stadtradelteams bei der Sternfahrt angeführt: „Wir sind mit 60 Personen vom Neuen Markt aus bis zum Dorfanger gefahren. Mir macht das Fahrradfahren in Gesellschaft viel Spaß, weil man unter Gleichgesinnten ist und die Natur erforschen kann“, so Groß. Im Jahr legt er rund 6000 Kilometer mit seinem Fahrrad zurück. Seine Heimatstadt Haan empfindet er nicht fahrradfreundlich: „Wir haben zu wenige Radwege und die sind auch oft zu schmal. Politische Entscheidungen, die daran etwas ändern, sollen dauern auch einfach viel zu lange“, meint Groß.

Auch aus Haan kommt Raphael Harlos: „Ich bin Teamkapitän des Sparkassenteams beim Stadtradeln. Zur Arbeit fahre ich mit dem Fahrrad täglich und lege um die 5000 Kilometer zurück“, sagt Harlos. Haan sei nicht besonders fahrradfreundlich: „Die Radwege sind wirklich viel zu schmal, da muss noch einiges gemacht werden.“

Bei der Sternfahrt dabei war auch Jay Schminnes: „Ich wollte das gute Wetter nutzen und fahre auch viel und gerne in meiner Freizeit Fahrrad“, erzählt er. Der Haaner sieht seinen Wohnort als geeignet für Fahrradfahrer: „Es gibt schon ein paar schöne Wege. Man kann hier ganz gut radeln.“

Jochen Maas stammt aus Langenfeld und arbeitet in Haan: „Mit dem Fahrrad fahre ich öfters bei gutem Wetter zur Arbeit. Das sind so 13 Kilometer“, merkt Maas an. Langenfeld wäre, aber ebenfalls keine fahrradfreundliche Stadt: „Die Stadt bemüht sich neue Radstrecken einzurichten, aber man findet auch sehr viele Radwege im schlechten Zustand.“

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