Haan : Awo Haan verstärkt Kampf gegen Demenz

500 Haaner sind an Demenz erkrankt. Angehörige können ein vielseitiges Angebot in Anspruch nehmen.

Die Verantwortlichen der Arbeiterwohlfahrt Haan sind sich einig, dass die kürzlich errechnete Zahl von 500 in Haan bekannten Demenz-Erkrankten inzwischen überschritten wurde. „Es wird also Zeit, die Angehörigen der erkrankten Menschen noch mehr zu unterstützen. Und auch soll die bisherige Tätigkeit des Demenznetzes verstärkt in den Vordergrund gerückt und den betroffenen Angehörigen vermittelt werden“, sagt Jutta Barz, die Leiterin des Awo-Treffs für Alt und Jung an der Breitenhoferstr. 7.

Ein sogenannter Angehörigenabend – das ist ein Runder Tisch für Angehörige, Pflegende und Betreuende von Menschen mit Demenz – konnte die Awo bereits etablieren. Dort triffen sich Angehörige jeden Dienstag von 19 bis 21 Uhr. „Wir hören uns zu. Wir geben Erfahrungen weiter. Und manchmal trösten wir auch“, sagt Erika Sendtko. Schon seit vielen Jahren ist sie aktiv in dieser Runde, denn sie war selbst pflegende Angehörige. Auch nach dem Tod ihres Ehemannes bleibt sie dem Treffen treu. Die Gruppe freue sich immer über neue Besucher.

Auch eine Demenzsprechstunde gibt es in der Haaner Awo seit Juni 2018. Sie findet jeden vierten Mittwoch im Monat von 17 bis 18 Uhr statt. Geleitet wird die Sprechstunde von Annelie Gilles, einer erfahrenen Krankenschwester, die sich seit Langem zum Thema Demenz qualifiziert hat. Gilles beantwortet alle Angehörigen-Fragen zu Themen wie Pflege und Betreuung.

Eine neue Initiative zur Weiterbildung von beruflich Pflegenden im Kreis Mettmann hat der Haaner Sven Lind ins Leben gerufen. Die Awo Haan hat seine Idee mit Begeisterung aufgegriffen. Der promovierte Fachmann für Gerontologie hat schon seit Jahrzehnten Erfahrung mit Aus- und Weiterbildung für Pflegende von an Demenz erkrankten Patienten. Nun will er auf ehrenamtlicher Basis dieses Wissen an Fachpersonal in Haan und den gesamten Kreis Mettmann weitergeben. Der Gedanken- und Erfahrungsaustausch des Pflegepersonals sei sehr wichtig, sagt Lind. Eine Vernetzung will er ermöglichen.

In seinem Buch „Fortbildungsprogramm Demenzpflege“ beschreibt der Fachmann zum Beispiel sogenannte Präventionskonzepte. Das seien Anpassungsstrategien im Umgang mit Demenzkranken, um dem Patienten wie dem Pflegenden das Leben zu erleichtern. „Die Methoden sind einfach“, sagen die Fachleute. Man müsse nur lernen, sie anzuwenden. Am Dienstag, 24. September, von 15 bis 17 Uhr, ist der nächste Termin für Demenzpflegende, um mehr Informationen über diese Maßnahme zu erhalten.

Das vierte neue und aktuelle Projekt für pflegende Angehörige ist ein Kurs zur Basisqualifizierung. Kompetente Referenten aus dem Kreis Mettmann konnten für den Kurs gewonnen werden. Dauer des Kurses ist vom 30. September bis zum 2. Dezember und umfasst insgesamt elf Vortragsabende, jeweils montags. Der Kurs wird begleitet von Lebenshilfe-Coach Mabel Stickley. Die Kursgebühr beträgt 140 Euro. Eine kostenlose Informationsveranstaltung findet am Montag, 16. September, um 18 Uhr statt. Alle Termine sind im Awo-Treff in Haan. Der Kurs wird organisiert vom Demenznetz Haan in Kooperation mit der Volkshochschule Hilden-Haan. Dort muss auch die Teilnahme gebucht werden. Im kommenden Jahr wird ein vergleichbarer Kurs in Hilden angeboten.

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