Das sind Angsträume in Haan und Gruiten

Haan : Aktion gegen „Angsträume“ in der Stadt

Die Bahnhofs-Unterführungen, aber auch der Schillerpark machen Bürgern Angst. Die Frauen Union sucht jetzt mit Experten nach Lösungen.

„Es gab und es gibt Bereiche in einer Stadt, wo sich Bürger nicht hineintrauen, weil sie Angst haben.“ Das sagt niemand anders als NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Und diese Aussage aus der jüngsten Präsentation der Kriminalstatistik hat nicht nur für Großstädte Gültigkeit.

Auch in Haan gibt es sie, wie Annette Braun-Kohl betont. „Wenn wir die Bahnhof-Unterführung und den Parkplatz in Gruiten betrachten, die Siemensstraße, das Sandbachtal, aber auch den Schillerpark oder den Bereich Thunbusch, müssen wir einfach feststellen: An all diesen Stellen haben Menschen im Dunkeln Angst“, sagt die Vorsitzende der Frauen Union: „Und das geht jeden etwas an – nicht nur die Polizei.“

Die Frauen Union will sich dem Thema umfassend nähern. Deshalb wird in den kommenden Tagen zunächst einmal eine Umfrage gestartet. „Wo fühlen Sie sich unsicher?“ Wer darauf online antworten will, kann das auf der Homepage www.fu-haan.de oder  www.facebook.com/FrauenUnionHaan tun. Der direkte Weg zur Online-Befragung ist auch mittels QR-Code möglich. Plakate und Flyer mit diesem Code sowie die Fragebögen liegen in Haan und Gruiten bei vielen Einzelhändlern und öffentlichen Stellen aus.

Der Fragebogen wird zudem am Info-Stand der Frauen Union am Markt vor der Parfümerie Becker am Samstag, 2. November, in der Zeit von 10 bis 12.30 Uhr ausgelegt. Er kann aber auch in der Schwanen-Apotheke bis 2. November abgegeben werden.

Präsentiert werden die Ergebnisse dann am Dienstag, 5. November, um 19 Uhr. Sie fließen ein in die Diskussion mit einer Expertenrunde in  der Firma „raumvision by msd immobilien“, Neuer Markt 21. Zu dem Expertenaustausch wird der Leiter der Polizeidienststelle Haan, Wolfgang Nellen, erwartet sowie Vertreter des SKFM und des Ordnungsamtes. Sven Ulrich vom Selbstverteidigungsstudio Aorta24 und Peter Koch, Geschäftsführer des innovativen Taschenlampenherstellers Nextorch, komplettieren die Runde an diesem Abend.

Ganz gleich, wie die Diskussion verläuft – Annette Braun-Kohl kündigt bereits an: „Nach der Auswertung der Umfrage wird die Frauen Union sich dafür einsetzen, dass die Angst machenden Orte ,entschärft’ werden.“

Dass dazu nicht immer gleich mehr Polizeipräsenz erforderlich ist, bestätigt der Polizeidirektor für den Kreis Mettmann, Manfred Frorath. Er sagt: „Im polizeilichen Sprachgebrauch unterscheiden wir zwischen Brennpunkten und Angsträumen.“ An Brennpunkten gebe es objektiv eine Häufung von Straftaten. Die Etikettierung einer Örtlichkeit als Angstraum finde dagegen nicht selten ohne valide Erhebungen statt. Sie werde aber als gefährlich empfunden. Verbesserte Beleuchtung,  Reinigung oder ein Anstrich – all das könne oft schon dazu beitragen, diese Bereiche zu „entschärfen“.