Haan: Das Café im Haus am Park blickt auf zwei Jahrzehnte

Haan : Das Café im Haus am Park blickt auf zwei Jahrzehnte

Ehrenamtliche Kräfte backen Kuchen, kochen Kaffee und bewirten die Gäste. Das Team braucht jüngere Verstärkung.

Das Café im Haus am Park, Senioren-Wohnanlage der Diakonie gGmbH zwischen Kaiser- und Bismarckstraße, öffnet zweimal in der Woche. Hausbewohner, Besucher und Haaner treffen sich hier. Zum Klönen und zu Kaffee und selbstgebackenem Kuchen. Das Stück Kuchen kostet 1,20 Euro und der Kaffee 60 Cent, Friedenspreise sozusagen. Das eingenommene Geld wird für Haaner Institutionen gespendet, zum Beispiel für den CVJM, die Jugendfeuerwehr oder die Tafel.

Die "Kaffeehausbetreiber" sind nicht mehr die Jüngsten. Es sind zwölf Frauen und ein Mann, die sich seit vielen Jahren für die Geselligkeit und das Gemeinwohl dieses Hauses einsetzen, die der einen oder anderen christlichen Gemeinde in Haan oder Gruiten angehören oder auch früher ihre Eltern hier untergebracht hatten. Sie tun ihren Dienst ehrenamtlich. Das heißt, sie backen den Kuchen, kochen den Kaffee, decken die Tische liebevoll, bedienen die Kaffeehausbesucher und lassen sich auch hin und wieder mal "anpflaumen".

Zum Beispiel dann, wenn man als Stammgast keinen Apfelkuchen mag und es tatsächlich am Sonntag nur Apfelkuchen gibt. Allerdings, so sagen die zwölf Damen und ein Herr, sind solche Gepflogenheiten selten und werden mit Humor angenommen. Ulrike Recknagel und Christa Falder sind überzeugte "Kaffeehausbetreiber", beinahe von Anfang an. Sie kennen jeden Gast, gehen liebevoll und verständnisvoll auf jeden ein. Ulrike Recknagel, die Powerfrau, hat im Laufe der Jahre ihr eigenes Netzwerk aufgebaut. Das geschieht wie von alleine, sagt sie, denn wenn die Café-Damen zur Haaner Kirmes 60 Besucher aus dem evangelischen Friedensheim zur Bergischen Kaffeetafel empfangen und bewirten, dann erfährt man auch von dort Unterstützung für Wein- und Herbstfeste.

Sogar überaus beliebte Modenschauen organisieren die Kaffeehaus-Aktiven. Und die Freunde aus dem Spontanchor vom Seniorennetzwerk "Wir sind Haan" kommen vorbei, um hier zu singen und zu musizieren. Auch die Netzwerk-Kreativgruppe trifft sich hier regelmäßig, um geplante Feste vorzubereiten. Am Veilchen-Dienstag kommt das Haaner Kinderprinzenpaar vorbei. "Dann ist die Bude voll", freut sich Ulrike Recknagel. Es ist sogar schon einmal eine Bauchtanzgruppe aufgetreten.

"Wir würden uns freuen, wenn wir für unser Café neue Freunde und Unterstützer finden könnten", wirbt Ulrike Recknagel für die Idee. Und Maria Reich, die Geschäftsführerin von Haus am Park für Betreutes Wohnen, fügt hinzu: "Die Bewohner unserer 58 Wohnungen sind dankbar für den Café-Treffpunkt im eigenen Haus". Ute und Werner Kapitän kommen regelmäßig mit dem eigenen Pkw aus Gruiten, bringen Kuchen mit und tun Dienst mit Rosemarie Elspas. Trotz hohen Alters bedient Werner Kapitän sonntags souverän die Kaffeemaschine. "Es wäre schön, wenn wir Unterstützung bekommen könnten", sagen sie. Und die Damen Theisen und Müller, langjährige Bewohnerinnen im Haus am Park, sie genießen, lächeln und schweigen. Ihr Stammplatz im Café ist ihnen zweimal in der Woche sicher.

(gund)
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