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Corona-Beschränkungen: Friseur darf arbeiten, Fußpflege nicht

Fußpflege : Sie will arbeiten, darf wegen Corona aber nicht

Wie viele in der Branche Kosmetik und Fußpflege bangt auch Patricia Vogelsang aus Haan um ihre Existenz. Das Verbot wird begründet, zur Arbeit sei körperliche Nähe „unabdingbar“. Unter diesem Aspekt stößt auf Unverständnis, dass Friseure ab 4. Mai wieder arbeiten dürfen.

„Ich glaube, dass wir mit der Fußpflege einen wichtigen Anteil zur Gesundheit unserer Kunden beitragen. Und dass unsere Arbeit sicher genauso relevant ist, wie die der Friseure, die noch näher am Kunden sind, als wir“, betont Patricia Vogelsang. Die Inhaberin von „Body & More“ in Haan hofft, dass dieses endlich erkannt wird. „Ich möchte wieder arbeiten dürfen.“

Eine Hoffnung, die die Haaner Geschäftsfrau mit vielen Kleinunternehmen in dieser Branche teilt. Vor 18 Jahren hatte sie ihr Institut für Kosmetik und Fußpflege am Neuen Markt eröffnet. Hell, freundlich und einladend sind ihre Räume. Schon 25 Jahre lang ist Vogelsang selbstständig und versiert in ihrem Metier. Davon zeugen Qualifikationen im Kosmetikbereich und ihre Ausbildung zur diplomierten medizinischen Fußpflegerin.

Sie habe immer gedacht, ihre Arbeit sei absolut krisenfest, sagt sie lächelnd. „Ich musste während meiner Berufszeit schon einige Probleme, wie Krankheiten oder heftige Kostenerhöhungen überstehen. Immer war es die Liebe und die Freude an meinem Beruf, die mir geholfen haben, so auch jetzt.“ Sie empfinde ihre Arbeit schon wie eine Art Berufung. „Wir sind ein Familien-Unternehmen. Hier ist mein Lebensmittelpunkt“. Sie lacht: „Schon deshalb, weil meine Schwester Nicole, die mich sehr unterstützt, und ich von Montag bis Samstag hier arbeiten. Ja, wir sind sehr fleißig.“

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Und sicherlich ist es auch ihre natürliche Ausstrahlung, die fröhliche und den Menschen zugewandte Art, die ihre Kunden lieben. Wie auf ein Stichwort klopft es an der Türe. Eine Kundin, die wissen möchte, wann sie wieder mit einem Termin rechnen darf. „Ich bin ganz verzweifelt“, lacht sie. „Meine Fußnägel wachsen schon durch die Schuhe.“ Und es wird noch einige Male während unseres weiteren Gesprächs an die Geschäftstür klopfen. „Das tut mir so leid“, sagt Patricia Vogelsang. „Ich muss immer wieder vertrösten.“ Da erübrigt sich die Frage, ob sie vielleicht während der Corona-Krise Kunden verlieren wird. „Unser Auftragsbuch war immer für Monate voll. Und wir haben seit Jahren einen festen Kundenstamm“, erzählt sie. Darunter seien viele ältere Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die sich selbst nicht zu helfen wissen. Das bereitet Vogelsang Sorgen.

Und natürlich ist da noch die Angst, wegen mangelnder Einnahmen vor dem Ruin zu stehen. Die 9000 Euro Soforthilfe hätten Miete und andere Kosten abgedeckt, aber nicht die Gehälter. Das Kurzarbeiter-Geld für ihre Schwester habe sie anfangs aufgestockt. „Jetzt geht es nicht mehr“, sagt sie. Man verdiene in diesem Beruf nicht viel und könne kaum Rücklagen bilden.

Da in der Fußpflege der Hygiene-Standard für sie immer eine große Rolle gespielt hat, biete sie nun, schon wegen der Abstandsregeln, nur Fußpflege an und keine Gesichtsbehandlungen. Bei Wiedereröffnung ihres Instituts wird es am Eingang für die Kunden eine Handdesinfektion geben und Masken, falls ein Kunde keine dabei hat. „Wir möchten einfach gut und verantwortungsvoll zum Wohle unserer Kunden arbeiten“, sagt sie und seufzt. „Und das bitte bald!“

Zur Begründung, warum Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege weiterhin geschlossen bleiben müssen, heißt es im entsprechenden Bund-Länder-Beschluss, die körperliche Nähe sei in diesen Berufen „unabdingbar". Nur die medizinische Fußpflege ist in einigen Bundesländern erlaubt geblieben. Laut Industrie- und Handelskammer Düsseldorf gehören Nagelstudios zu den Betrieben, die geschlossen bleiben müssen. Podologen dürfen medizinische Fußpflege nur anbieten, wenn der Kunde ein ärztliches Attest vorliegt. Kosmetische Fußpflege darf nach den derzeit noch gültigen Bestimmungen nicht mehr durchgeführt werden.