CDU und FDP nominieren Bettina Warnecke

Bürgermeisterwahl Haan : CDU und FDP nominieren Warnecke

Christdemokraten und Liberale setzen gemeinsam auf eine zweite Amtszeit der aktuellen Stadtchefin.

Die Stimmung im Hotel Savoy war gelöst, ja fast ein wenig feierlich: Beide Parteien verwiesen stolz darauf, dass es so etwas „unseres Wissens in Haan bisher noch nie so gegeben hat“.

Zum ersten Mal werden in der Gartenstadt zwei politische Gruppierungen ein und dieselbe Kandidatin für die Wahl zum Bürgermeister nominieren. CDU und FDP gaben dies denn jetzt auch gemeinsam bekannt. Dass es sich bei der Kandidatin um die Amtsinhaberin Bettina Warnecke handelt, war keine Überraschung.

„Am 25. März werden wir sie auf unserem Wahlparteitag offiziell nominieren“, kündigte CDU-Parteivorsitzender Wolfram Lohmar an, FDP-Ratsfraktionschef Michael Ruppert fügte hinzu, auch die Liberalen würden selbstverständlich zeitnah einen solchen Parteitag organisieren.

Warnecke – da sind sich beide einig – habe in der abgelaufenen Wahlperiode einen dermaßen guten Job in Haan gemacht, „dass wir alles dafür tun sollten, ihr eine zweite Amtszeit zu verschaffen“. Annette Braun-Kohl (Frauen Union) und Dirk Raabe (FDP-Parteivize) schlossen sich dem Lob an.

Vor allem die Investitionen in Bildung und Kindergartenplätze hoben Lohmar und Ruppert hervor: Es gebe weit und breit keine Kommune, die zur Zeit so viel Geld in Digitalisierung, Sanierung der Schulgebäude und Neubau von Kindertagesstätten investiere, wie Haan. Rund 100 Millionen (inklusive Neubau des Rathauses) nehme die Stadt in die Hand: „Das alles am Laufen zu halten, ist angesichts des momentanen Fachkräftemangels im Ingenieurbereich wirklich eine tolle Leistung“, lobte Lohmar.

Gerade diese weichen Faktoren habe Warnecke auch gut einzusetzen gewusst, beispielsweise um interessante Gewerbeansiedlungen umzusetzen. Darüber hinaus sei sie immer ansprechbar und offen für neue Ideen, kurz: die ideale Besetzung für den Posten an der Stadtspitze.

Dass die Parteien sich hinter eine Kandidatin stellen, soll die Unterschiede zwischen Christdemokraten und Liberalen allerdings nicht verwischen. So sieht sich Michael Ruppert mit der FDP etwa als Garant dafür, dass bei den Ausgaben in den kommenden Jahren nicht zu viele Geschenke verteilt werden: „Gerade eine Stadt wie Haan, der es gelungen ist, sich aus dem Nothaushalt herauszuarbeiten, sollte jetzt aufpassen, dass die Erfolge nicht wieder preisgegeben werden.“

Eine Million Euro Überschuss hätte der aktuelle Stadtetat haben können. Freiwillige Ausgaben (von denen viele nicht nötig gewesen seien) hätten das Plus jedoch auf 300.000 Euro zusammenschrumpfen lassen. „Aus diesem Grund haben wir dem Haushalt auch nicht zugestimmt“, erinnerte Ruppert.

CDU-Parteichef Lohmar hält Warnecke für genau die richtige Bürgermeisterin, um diesen schwierigen Weg zwischen notwendigen Ausgaben und Verzicht auf unnötiges Beiwerk hinzubekommen. Wie sich die mit ihrer Familie in Gruiten lebende Haanerin als Seiteneinsteigerin in die Verwaltung eingearbeitet habe, sei beeindruckend: „Als wir sie 2015 erstmals nominiert haben, hatten wir schon eine langfristige Lösung mit zwei Amtszeiten im Blick“, betonte Lohmar. Denn die Aufgaben seien nur mit Kontinuität und langem Atem zu lösen.

Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen am 13. September werden die Vertretungen der Städte, Gemeinden und Kreise sowie die Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister gewählt.