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Cannabisplantage bringt Haaner Installateurmeister vor Gericht

Haan : Cannabisplantage bringt Haaner Installateurmeister vor Gericht

Im Prozess gegen zwei Angeklagte, die bis zu ihrer Festnahme im Dezember vergangenen Jahres im Industriegebiet Haan-Ost eine Cannabis-Plantage betrieben haben sollen, hat jetzt derjenige der beiden Männer ausgesagt, der die Räumlichkeiten in der Rheinischen Straße zur Verfügung gestellt hatte

. Der Kontakt soll über einen Auszubildenden zustande gekommen sein, er selbst will sich damals in einer finanziellen Krise befunden haben.

Der Installateurmeister will zum Tatzeitpunkt als Angestellter in einer Baufirma 2700 Euro netto verdient haben – nicht genug, um seine Schulden zu tilgen. Für die angemietete Gewerbehalle habe er 1700 Euro Miete gezahlt, einen Teil davon soll er für 3000 Euro an den Mitangeklagten weitervermietet haben.

Als er auf dessen Arm ein eindeutiges Tattoo entdeckt habe, sei ihm klar gewesen, dass der Kompagnon zu den „Hells Angels“ gehöre. Das Verhältnis sei keinesfalls freundschaftlich, sondern eher geschäftlicher Natur gewesen. Allerdings habe er sich von dem 61-Jährigen bedroht gefühlt, als der ihm von einen „Brüdern“ erzählt habe, die sich  – sollte er selbst „auffliegen“ – um alles und „Jeden“ kümmern würden. Der wisse auch von Frau und Hund und wenn es nicht so laufe wie gewünscht, könne es sein, dass da auch schon mal ein Giftköder liegen werde.

Warum er nicht gleich das Weite gesucht und sich stattdessen auf die Sache eingelassen habe, wollte der Vorsitzende Richter vom Haaner Geschäftsmann wissen. Der räumte daraufhin ein: „Mich hat die Technik fasziniert.“ Was damit gemeint ist, sagte er auch: „Die geplante Automatisierung in der Plantage fand ich interessant.“  Angefangen habe aber alles damit, dass der Kompagnon ihn gebeten habe, ein paar Säcke mit Blumenerde in die Halle zu tragen.

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Die Ermittlungen in der Haaner Plantage waren vom Landeskriminalamt begleitet worden. Mehr als 1000 Marihuana-Pflanzen in unterschiedlichen Wachstumsstadien waren damals sichergestellt worden. Daraus hätte man mehr als zehn Kilogramm Marihuana gewinnen können.

Ins Visier der Polizei geraten waren die beiden Männer im Rahmen eines größeren Ermittlungsverfahrens gegen die Organisierte Kriminalität. Bei einem der Angeklagten soll es Bezüge zum Rocker-Milieu geben. Offenbar hatte es bereits im Vorfeld auch Hinweise auf die illegalen Machenschaften des 61-Jährigen  und seines 32-Mittäters gegeben. Der ältere der beiden soll im Juli 2020 die Räumlichkeiten umgestaltet, erstmals mehrere Cannabispflanzen beschafft und mit der Aufzucht begonnen haben.

Bis zum September soll eine erste Ernte von 30 Kilogramm erwirtschaftet worden sein. Mindestens 12,5 Kilogramm konsumfähiges Cannabiskraut sollen an einen bislang nicht ermittelten Abnehmer veräußert worden sein. Danach soll der 61-Jährige dem Haaner Geschäftsmann 4000 Euro für dessen Dienste bezahlt haben.