"Cafe im Dorf" bietet Ausstellung von Verena Gründel und Jörg Kratz

Haan : „Nebeltage“ im Café im Dorf

Bis 15. Dezember zeigen Verena Gründel und Jörg Kratz eine Auswahl ihrer Bilder.

„Man darf überrascht sein“, sagt Caféhaus-Betreiber Clemens Hölter über die Kunstausstellung in seinem „Café im Dorf“, Pastor-Vömel-Straße 20 in Gruiten, die am Freitag, 4. Oktober, um 19 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird. Bis zum 15. Dezember können die Werke von Verena Gründel und Jörg Kratz zu den Café-Öffnungszeiten besichtigt werden.

Zeitgenössische Kunst, die auf jahrhundertealten Techniken beruht, wird hier gezeigt. Was früher die Kupferstiche waren, wird heute Druckgrafik genannt. Tatsächlich aber wird heute genauso mit Kupferplatten gearbeitet, die mit Pinsel und einer chemischen Substanz negativ bearbeitet werden. Beide Künstler, die sich vom ersten Studientag in der Kunstschule in Münster kennen, sind von dieser Technik fasziniert. „Nur wenige Menschen wagen sich an diese Kunstform heran“, sagt Verena Gründel. Wahrscheinlich deshalb, weil die Kupferstich-Vergangenheit etwas Verstaubtes an sich hat. Aber auch, weil die Herstellung eines Negativ-Bildes große Vorstellungskraft erfordert. Manchmal sei sie selbst überrascht, wenn sie den ersten Druck ihres Werkes sieht – positiv wie negativ, sagt Verena Gründel.

Dabei unterscheiden sich die Arbeiten der Künstler sehr. Im Erdgeschoss sind die Werke von Jörg Kratz zu sehen – meist mystisch oder auch grafisch. Bei einem Thema setzt Kratz ein Drucktechnik-Bild einem akrylgemalten Bild gegenüber. Urcade oder Grifalaoni sind die Titel. Ihn hätten Namen von Romanfiguren aus einem fantasievollen Roman des französischen Schriftstellers George Perec inspiriert, sagt er. Der Bildbetrachter solle sich von den Titeln jedoch nicht beeinflußen lassen. Schließlich sei ein Bild nicht viel mehr als die Erweiterung eines Raums, quasi 3D-Technik.

In der ersten Etage gibt Verena Gründel ihren Bildern keine oder nur selten Namen. Die Werke seien das, was der Betrachter in ihnen sieht. Eine große künstlerische Präzision liegt in ihren Bildern. Allesamt sind Druckgrafiken. Beide Künstler sind sich einig, dass der geistige Austausch befruchtend sei für ihre Arbeit.

Als Clemens Hölter dem Haaner Jörg Kratz die Ausstellung in seinem Café vorschlug, sagte dieser: Aber dann mit Verena Gründel. Die beiden haben ähnliche Ansprüche und ergänzen sich. Gleichzeitig stellen sie im Haus am Quall aus, und zwar an den Wochenenden 4. bis 13. Oktober – jeweils samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr.