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Haan: Bürgerstiftung Haan braucht jeden Euro

Haan : Bürgerstiftung Haan braucht jeden Euro

Gestern nahm der Stiftungsvorstand 6500 Euro vom Einrichtungshaus Ostermann entgegen. Das Geld fließt direkt ins Stiftungskapital. Bei dieser Gelegenheit zog die Bürgerstiftung eine Bilanz für 2013 und stellte ihre neuesten Pläne vor.

Der Scheck von Ostermann kam nicht zufällig: "Wir sprechen Firmen und Privatleute mit Jubiläen gezielt an", erzählte Annette Braun-Kohl aus dem Stiftungsvorstand. Der Einrichtungsriese feiert dieses Jahr 65 Jahre Ostermann und machte deshalb 6500 Euro locker. Sie fließen direkt ins Stiftungskapital. Im Akquirieren von Geld ist die Bürgerstiftung Haan und Gruiten ausgesprochen erfolgreich.

Sie hat auch viel vor. "2015 wollen wir allen Haaner und Gruitener Grundschulen fünf bis sechs Objekte für eine "Miniphänomenta" zur Verfügung stellen. Das Vorbild für Erwachsene steht in Lüdenscheid. Die Miniphänomenta besteht aus transportablen Experimenten aller Art, die in den Schulen aufgestellt und von den Kindern ausprobiert werden können", erklärt Annette Braun-Kohl Dafür sei jeder Spendeneuro willkommen.

Im November 2006 gegründet, mit einem Stiftungskapital von etwa 190000 Euro, sind jetzt bereits 588000 Euro im Topf. "Damit sind unsere Erwartungen erfüllt, vielleicht sogar übertroffen", erklärt Gründungsmitglied Dieter Schauf, der ebenfalls im Stiftungsvorstand sitzt. Bis Dezember 2013 habe man in 27 Einzelfällen und bei acht Projekten helfen können. Insgesamt 123300 Euro wurden seit der Gründung ausgegeben. Empfänger waren einzelne Personen, Familien oder Einrichtungen, Vereine oder auch die Stadt mit wichtige Projekte, an denen sich die Bürgerstiftung beteiligt hat. Ob Senioren, Alleinerziehende oder Empfänger von Arbeitslosengeld II: Die Anfragen wurden diskret über den Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM) Haan, die Kirchen, die Arbeiterwohlfahrt, den Sozialdienst der Stadt, die Caritas, bestellte Familienhelfer, die Schulen oder den Weißen Ring hergestellt und auch über diese abgewickelt.

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Dabei reicht die Unterstützung für den Ersatz von Buskosten, die Ferienbetreuung Jugendlicher oder schwerbehinderter Menschen bis zur begründeten Hilfe bei Miet- oder Energiekostenrückständen. In Notfällen hat die Stiftung auch Beiträge zur Anschaffung von Waschmaschinen, Brillen, Schulbüchern, Kühlschränken, Winterkleidung übernommen oder geholfen, wenn Opfer oder Kranke eine Therapie benötigten, deren Kosten nicht von anderen Institutionen übernommen wurden.

2010 habe es die meisten Zuwendungen gegeben, heute sei es schwerer, Geld zu bekommen. "Insbesondere die Gründungsstifter haben selbst immer wieder das Kapital aufgestockt. Aktuell sind es 22 Stifter", sagt Dieter Schauf.. Leider sei es für alle Stiftungen im Moment schwierig, das Geld am Kapitalmarkt gut anzulegen und so Erlöse zu erzielen, die dann den Bedürftigen zu Gute komme. "Früher haben wir fünf bis sechs Prozent bekommen, jetzt ist es deutlich weniger." Umso wichtiger sei das Spendenaufkommen, denn nur diese Zuwendungen dürfen laut Satzung direkt wieder ausgegeben werden.

2013 lief es gut: Bis zum 31. Dezember hat die Bürgerstiftung knapp 12 000 Euro Spenden erhalten, etwas weniger als im Rekordjahr 2010. Hinzu kamen Zinsen und Ausschüttungen von rund 18000 Euro und 35000 an so genannten Zustiftungen, die direkt ins "ewige Stiftungskapital" geflossen sind.

Ausgegeben hat die Bürgerstiftung 2014 bisher gerade einmal 8800 Euro. "Da geht noch was", versprechen die beiden Vorstandsmitglieder. Etwa 30 000 Euro dürfen sie dieses Jahr noch ausgeben.An Anfragen mangele es nicht: Wir haben dieses Jahr bereits die Renovierung des Freizeithauses des Christlichen Vereins Junger Männer und Frauen unterstützt und die Arbeiten am Nikolausturm", zählt Schauf auf.

Braun-Kohl fallen ein paar Einzelzuwendungen ein: Wir haben Familien geholfen, deren Budget es übersteigt, dass gleich zwei Kinder auf Klassenfahrt gehen. Auch um die Baby-Erstausstattung für eine junge Mutter hat sich die Stiftung gekümmert." - "Manche Anfrage müssen wir leider ablehnen", sagt Schauf. - Etwa die einer Düsseldorfer Kinderkrebsstation: "Wir dürfen nur Haaner Bürgern helfen und städtische Projekte unterstützen."

(RP)