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Bürgermeisterin Warnecke stimmt gegen Radschutzstreifen auf B228 in Haan

Bürgerentscheid am 13. März in Haan : Warnecke stimmt gegen Radschutzstreifen auf B228

Haans Bürgermeisterin unterstützt das Bürgerbegehren und wird mit „Ja“ stimmen – also gegen den Radschutzstreifen. Das erklärte sie am Montag.

Haans Bürgermeisterin Bettina Warnecke hat in einem Brief zum Thema Radschutzstreifen auf der B228 in Haan klar Stellung bezogen. „Ich unterstütze das Bürgerbegehren und werde die Frage: ,Soll die Markierung eines Fahrradschutzstreifens an der südlichen Seite der Bahnhofstraße von Wilhelmstraße bis Kölner Straße aus dem Handlungskonzept zu Maßnahmen an der B 228 genommen werden?‘ mit einem klaren ,Ja‘ beantworten“, erklärte sie am Montag.

Am 13. März stimmen die Haaner darüber ab, ob der Schutzstreifen auf der B228 eingerichtet werden soll. Dann würden auf einer Länge von rund 200 Metern alle Parkplätze wegfallen, hieß es. Der Einzelhandel läuft Sturm gegen das Vorhaben.

Wer dagegen ist, muss „Ja“ ankreuzen. Warnecke weiter: „Ich unterstütze den Ausbau von Fahrradwegen aus vollem Herzen – aber nicht an dieser Stelle an der Bundesstraße, an der ein Fahrradschutzstreifen für Handel und Dienstleister ein Verlust an Parkplätzen und voraussichtlich mehr Leerstand in unserer Innenstadt bedeuten würde.“

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Folgende Tatsache sei nicht weg zu diskutieren: „Die Bahnhofstraße ist ein Standort, der weniger von Passantenfrequenz lebt als durch den Umstand, dass dort ansässige Unternehmen gezielt aufgesucht werden. Der Einzelhandel an der Bahnhofstraße ist auf die direkten Parkmöglichkeiten an der Bundesstraße angewiesen. Neuansiedlungen haben in den letzten Jahren aufgrund der Sichtbarkeit entlang der Bundesstraße und aufgrund der direkten Parkmöglichkeiten als Standortvorteil stattgefunden. Diesen Standortvorteil würden wir ihnen nehmen“, so Warnecke. Die Bürgermeisterin wisse aus vielen Gesprächen mit dem dort ansässigen Handel und den Dienstleistern, wie sehr sie sich um ihre wirtschaftliche Existenz Sorgen machen. „Diese Sorgen und Ängste nehme ich sehr ernst.“

Nachdem sich der Rat der Stadt Haan im Jahr 2016 gegen einen Fahrradschutzstreifen auf der Bundesstraße 228 zwischen Wilhelmstraße und Kölner Straße ausgesprochen hatte, entschieden die Stadtverordneten im März 2021 und damit zeitlich nach der letzten Kommunalwahl mehrheitlich, dass ein Fahrradschutzstreifen an dieser Stelle einzurichten sei, erklärt Warnecke. „Ein Fahrradschutzstreifen an der Bundesstraße würde zwangsläufig den Verlust von Parkplätzen auf einer Länge von 205 Metern bedeuten. Schon im Jahr 2016 positionierten sich über 20 Händler und Dienstleister gegen den Verlust von Parkplätzen und sammelten 1816 Unterschriften, hiervon 80 Prozent von Haaner Bürgerinnen und Bürgern.“ Sie frage sich, ob diese Stimmen ausreichend gehört worden bzw. die Belange von Handel und Dienstleistern bei der Entscheidung des Rates angemessen berücksichtigt worden seien.

Warnecke: „Wir wollen alle den Einzelhandel in unserer Stadt stärken, versuchen, öfter regional und in Haan einkaufen zu gehen und erklären uns mit ihm solidarisch in der schwierigen Corona-Lage. Ich habe mich schon vor der Corona-Pandemie und nach intensiver Abwägung im Jahr 2016 gegen den Wegfall der Parkplätze und damit gegen den Fahrradschutzstreifen an dieser Stelle ausgesprochen. Mitten in dieser Pandemie fällt mir die Entscheidung leichter, denn jetzt gilt es umso mehr, den Einzelhandel in unserer Stadt zu stärken. Eine Entscheidung gegen den Einzelhandel in diesen Zeiten halte ich für unangebracht.

Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und den drei Parteien WLH, GAL und SPD haben die Klimaaktivisten von Friday for Future das Aktionsbündnis Für den Erhalt des kompletten Fahrradschutzstreifens auf der B 228 im Radverkehrskonzept ins Leben gerufen. Die Mitglieder nennen drei Gründe, die ihrer Ansicht nach für den Radschutzstreifen sprechen: Sicherheit, Mobilität und Klimaschutz.

(tobi)