1. NRW
  2. Städte
  3. Haan

Bürgermeisterin und Kinder malen und schreiben für Senioren im Heim

Kontaktverbot : Mutmach-Post für Haaner Heimbewohner

Mit vier selbst gemalten Bildern wollen Kinder der Haaner Kita Märchenwald den Senioren ein Licht in dieser dunklen Zeit des Besuchsverbots schenken. Bürgermeisterin Bettina Warnecke schrieb dazu einen langen Brief.

Um den in diesen Tagen von der coronakrisenbedingten Kontaktsperre extrem hart getroffenen Bewohnern der Haaner Seniorenheime eine Freude zu machen, haben sich die Kinder der städtischen Kita Märchenwald etwas Besonderes ausgedacht. Sie haben Bilder gemalt, die jetzt jedem einzelnen Bewohner der drei Seniorenheime zugestellt wurden – und zwar ohne einen Cent für Porto auszugeben, wie Bürgermeisterin Bettina Warnecke betont. Die Stadtbediensteten hätten die Umschläge persönlich an den Häusern abgegeben.

Die Stadtchefin hat gleich noch einen langen Brief aufgesetzt, der den Bildern jeweils hinzugefügt wurde. „Ich wollte den Bewohnern zum einen meinen Respekt aussprechen, ihnen aber auch vor allem Mut machen und zeigen, dass sie nicht vergessen sind”, sagte sie auf Anfrage.

In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Gerade Sie stellt die derzeitige Situation sicherlich vor große Herausforderungen. So plagen Sie wahrscheinlich große Sorgen vor einer Ansteckung. Ich kann Ihre Sorgen gut verstehen, da mein 80-jähriger Vater ebenfalls zu der Risikogruppe gehört. Auch Sie werden Ihre Angehörigen vermissen, da Ihnen der persönliche Kontakt – auch zu Ihrem eigenen Schutz – verwehrt ist. Sie werden in dieser Krisenzeit sicherlich viel mit Ihren Liebsten telefonieren – das alles ersetzt aber nicht die persönlichen Begegnungen.”

Bürgermeisterin und Kinder malen und schreiben für Senioren im Heim
Foto: Stadt Haan

Trotz aller Entbehrungen sei es schön zu sehen, dass der Großteil der Bevölkerung sich an die Vorgaben halte und große Solidarität zeige. Viele Menschen versuchten auch über die Einhaltung der Verbote hinaus, weitere Hilfe zu leisten, indem sie sich um andere kümmerten, schreibt die Bürgermeisterin: „Es zeigt, dass die Menschen in solch einer Situation zusammenstehen. Ich bin sehr dankbar dafür und es berührt mich sehr.”

Auch auf das Abflachen der Ansteckungskurve geht Warnecke ein. Durch die Beschränkungen habe man erreicht, dass die Infektionsgeschwindigkeit in Deutschland abgenommen habe, schreibt sie. „In unserer Gartenstadt waren es beispielsweise am 23.März noch 27 getestete Erkrankte, aktuell sind es nur noch vier. Das ist eine gute Nachricht.”

Bürgermeisterin und Kinder malen und schreiben für Senioren im Heim
Foto: Stadt Haan

Zum Ende des Briefes nimmt sie dann noch einmal besonders auf die Malaktion Bezug: „Wir müssen auch weiterhin einen kühlen Kopf bewahren und fest an die Zeit nach Corona denken – an die Dinge, die wir dann wieder tun dürfen und die wir dadurch noch mehr zu schätzen wissen werden”, heißt es da. „Eine Zeit, auf die ich mich persönlich sehr freue.“ Warnecke versichert: „Dies geht auch den Kindern unserer städtischen Kindertagesstätten so. Eli, Asya, Finn und Charlotta haben Ihnen ein paar Bilder gemalt, die Ihnen ein Lächeln auf Ihre Lippen zaubern mögen.”