Haan: Bürger sprechen über neue Pläne für Haaner Bachtal

Haan : Bürger sprechen über neue Pläne für Haaner Bachtal

Ein Planungs-Workshop lockt viele Nachbarn in den Rathaussaal. Der Förderantrag wird bis zum Herbst erarbeitet.

  Großes Interesse der betroffenen Bürger ernteten Stadtverwaltung und die Duisburger Landschaftsarchitekten ST-Freiraum für ihre Projektidee zur Aufwertung des Grünzuges Haaner Bachtal. Man wolle den Charakter dieser Auenlandschaft mitten in Haan nicht verändern, sagte Landschaftsarchitekt Markus Schürmann. Aber ein bißchen in die Jahre gekommen sei dieser Grünzug schon.

Die ersten Spielplätze konnten mit der Ritterburg schon sehr attraktiv gestaltet werden. Nun gilt es, weitere Spielbereiche zu erneuern und das Bachtal für die vielen  Bürger in der Nachbarschaft und für die Zukunft zu rüsten. Es handelt sich um ein Projekt im Wert von etwa 2,5 Millionen Euro, das die Stadt mit Hilfe von Fördermitteln – Land und Bund übernehmen 90 Prozent der Kosten – realisieren möchte.

Die Gelder sind abrufbar aus einem Fördertopf, der sich „Soziale Integration im Quartier“ nennt. „Auf diese Fördermöglichkeit sind wir vor einem Jahr aufmerksam geworden“, sagt Beigeordneter Engin Alparslan. Der Förderantrag muss weiter ausgearbeitet und dann im Herbst gestellt werden. Jetzt wurden die Entwürfe erst einmal den Haaner Bürgern in einer Planungswerkstatt im Rathaus vorgestellt. Mit einer Antwort kann 2020 gerechnet werden. Und bei positiver Entscheidung mit einer Fertigstellung etwa 2022.

Zunächst aber muss der Antrag dem Förderauftrag von sozialer Integration gerecht werden. Viele Ideen gefielen den anwesenden Besuchern, andere nicht. Ganz wichtig war Markus Schürmann, den Zuhörern klar zu machen, dass das Bachtal nicht komplett verändert werden soll. Aber wenn man den Zustand zum Beispiel der Treppen anschaue, dann müsse schon etwas für Rollatoren- und Rollstuhlfahrer verbessert werden.

Das Wasser des Haaner Baches ist durch die massive Bebauung der vergangenen Jahrzehnte fast verschwunden. Die Topographie des Tals ist jedoch vom (nur nach stärkerem Regen vorhandene)  Bach maßgeblich geprägt worden. Und das soll bei den landschaftsarchitektonischen Maßnahmen berücksichtigt werden. Die roten Steine aber, mit denen Schürmann den Bachlauf markieren wollte, fanden keine Befürworter. Dagegen waren die Besucher angetan von großen generationenübergreifenden Sitzgelegenheiten für viele Menschen, quasi als Treffpunkt im Bachtal.

Felix Blossey, ein Werkstatt-Besucher, schlug vor, dass die Bänke überdacht werden sollen. Als die Diskussion in Richtung „Freilaufende Hunde“ abdriftete, stellte Holger aus der Wiesche fest, dass hier das Projekt Bachtal im Vordergrund stehe. Markus Schürmann stellte noch fest, dass in Parks Anleinpflicht bestehe. Auf den Spielplätzen sowieso. Markante Erkennungsmerkmale, wie etwa  Inspektenhotels, an allen wichtigen Parkeingängen wurden als gute Idee bewertet. Wichtig war den Architekten noch, Fitnessgeräte für Erwachsene in den Grünzug zu integrieren. Skepsis wurde gegen den Vorschlag laut, die Hauptwege zu asphaltieren. AGNU-Vertreter Sven Kübler, der auch am Bachtal wohnt, berichtete von Verunreinigungen im Bereich der Bänke und regte mehr Polizeipräsenz an.

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