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Birgit Annighöfer-Lütke wird in Haan ordiniert

Ordination in Haan : Neue Prädikantin ist Fan von Gott und Schalke 04

Die Evangelische Kirchengemeinde Haan lädt herzlich zum Ordinationsgottesdienst von Birgit Annighöfer-Lütke ein. Sie wird an Himmelfahrt, Donnerstag, 26. Mai, um 11 Uhr in der Evangelischen Kirche Haan, Kaiserstr. 44, von Superintendent Frank Weber ordiniert, der sie zuletzt auch als Mentor begleitete.

Im Anschluss an den Gottesdienst wird bei einem Empfang im neuen Haus an der Kirche weitergefeiert.

„Die Ausbildung zur Prädikantin ist für mich Geschenk und Aufgabe“, erklärt Birgit Annighöfer-Lütke.

Coronabedingt dauerte sie in ihrem Fall aber - statt der üblichen zwei - fast dreieinhalb Jahre.

Wer ist Birgit Annhighöfer-Lütke? „Eigentlich bin ich eine bekennende Pottpflanze“, gibt Birgit Annighöfer-Lütke zu. In Gelsenkirchen geboren und aufgewachsen studierte sie in Dortmund, war anschließend viele Jahre in ihrer Heimatstadt als Lehrerin, Fachleiterin und später als Schulleiterin tätig.

Berührungspunkte mit der Kirche hatte sie bereits als Kind durch Kindergottesdienst, Jungschar und Kinderchor - mitten im Stadtteil Schalke. Ihr Herz schlägt daher nicht nur für den blau-weißen Verein, der soeben wieder in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist, sondern auch für das gemeinsame Singen. Augenzwinkernd stellt sie fest: „Fußball und Glaube - da gibt es tatsächlich jede Menge an Gemeinsamkeiten!“

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Nach der Konfirmation übernahm sie selbst Aufgaben in der Kinder- und Jugendarbeit, organisierte Kinderfreizeiten, trainierte Puppentheater-Teams, blieb viele Jahre der Kirchengemeinde verbunden. Nach ihrem Umzug ins Rheinland suchte Birgit Annighöfer-Lütke allerdings neben einem neuen Chor auch eine Gemeinde, in der sie sich wohnortnäher einbringen konnte.

In Haan entdeckte sie beides: den Chor „Taktvolk“ und die Evangelische Kirchengemeinde Haan. Bald schon gestaltete sie Andachten mit, übernahm Aufgaben bei Gospelworkshops und -gottesdiensten. Als eines Tages Pfarrerin Gabriele Gummel sie auf die PrädikantInnen-Ausbildung der Rheinischen Landeskirche hinwies, „da“, so erinnert sie sich, „rannte Frau Gummel quasi offene Türen bei mir ein.“ Doch die Wartelisten waren und sind lang. Die Zahl der InteressentInnen übersteigt die Ausbildungskapazitäten weit. So konnte Birgit Annighöfer-Lütke erst 2019 mit der sogenannten „Zurüstung“ beginnen. Und pandemiebedingt gab es wiederholt Unterbrechungen, weil Ausbildungsmodule nicht stattfinden, praktische Elemente nicht umgesetzt werden konnten.

Beinahe wehmütig erinnert sich die angehende Prädikantin an den Ostermontaggottesdienst 2020. Geplant war da ihr „erstes Mal“ in Sachen Taufe. Predigt und Taufansprache waren bereits geschrieben, die Lieder ausgewählt, doch dann kam der 1. Lockdown.

Wie so vieles, musste deshalb auch diese Tauffeier verschoben werden. Erst kürzlich - Ostern 2022 - konnte sie nachgeholt werden. Aber dafür, so Annighöfer-Lütke, war jetzt schon ein jüngeres Geschwisterchen dabei. Während ihrer Ausbildungszeit war sie besonders interessiert an der Auseinandersetzung mit theologischen Fragestellungen und dem individuellen Predigtcoaching.

Im Praxisteil der Ausbildung gehörten unter anderem das Planen und Durchführen von Gottesdiensten und Abendmahlsfeiern sowie die Übernahme von Taufen und Beerdigungen zu den regelmäßigen Übungsfeldern.

Vielleicht gerade wegen der Pandemie und den dadurch erschwerten Bedingungen empfand die angehende Ehrenamtliche den Austausch mit den anderen Kursteilnehmenden besonders dicht, kollegial und intensiv. „Spannend war für mich persönlich das Arbeiten an ´liturgischer Präsenz´ und an meiner Gebetssprache“, berichtet Birgit Annighöfer-Lütke.

Großes Vergnügen bereitet ihr aber vor allem das Spielen mit Sprache und Verdichten von Texten. Daraus entstehen gelegentlich auch schon einmal etwas unkonventionellere Predigtelemente. Auf dem Youtube Kanal der Evangelischen Kirchengemeinde Haan kann man einiges davon nachhören, wenn man unter ihrem Namen googelt. Und dass ihre Andachten und Gottesdienste gut ankommen, beweisen die hohen Klickzahlen. „Prädikantinnen sind ein großer Gewinn für die Gemeinde“, sagt Pfarrerin Gabriele Gummel, „sie bringen neue Sichtweisen, eine neue Sprache und einen „normalen“ Alltag mit in die Gottesdienste. Daran freuen sich alle.“