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Bauern-Burg in Gruiten hat wieder einen Brunnen

Haan : Bauern-Burg hat wieder einen Brunnen

Allein neun Tonnen Bruchsteine kamen bei der Restaurierung des historischen Brunnens vor dem Haus Am Quall zum Einsatz. Jetzt wurde die erfolgreiche Wiederbelebung gefeiert. Für den Bautrupp gab es jede Menge Lob.

Über 40 Meter tief ist der Jahrhunderte alte Brunnen an der alten Bauern-Burg Haus Am Quall im Zentrum von Gruiten. Jetzt wurde die Restaurierung zünftig gefeiert. Dass es an dieser Stelle einen Brunnen gibt, wussten sowohl die Fachleute von der Unteren Denkmalbehörde als auch die „alten“ Gruitener. Nur orten und sichtbar musste man ihn machen. Im vergangenen Jahr fand sich darum ein sogenannter Bautrupp zusammen. Wolfgang Clewenhaus, Günter Wolf, Manfred Dutz und Arnold Leister – alle vier keine Jugendlichen mehr – waren das ideale Gespann für gemeinsames Handeln am Brunnenobjekt. Es wurde gesucht, freigelegt, ausgeschachtet, konstruiert und gemauert. Den Brunnenschacht fanden die vier Ehrenamtler etwa 70 Zentimeter unter der Erdoberfläche. Nach Begutachtung der Denkmalschutzbehörde durfte weitergearbeitet werden. Mit einem Flaschenzug wurden fünf Tonnen Bauschutt aus dem Schacht an die Oberfläche befördert. Außer „ollen Fliesen“ habe man nichts Besonderes identifizieren können, sagt Wolfgang Clewenhaus. Verschmitzt fügt er hinzu, dass diese körperlich wirklich anstrengende Arbeit wie der Ersatz fürs Fitnessstudio gewesen sei. Das sei ja Corona-bedingt geschlossen gewesen. Im Herbst hatten die vier Männer mit der Arbeit begonnen, und sofern es die Witterung es erlaubte, arbeiteten sie den ganzen Winter hindurch. Der Wert der Eigenleistung der Mitglieder des Fördervereins Haus Am Quall sei nicht zu beziffern, sagte Förderverein-Vorstandsmitglied Wolfgang Wahle. „Die Materialkosten, unter anderem neun Tonnen Bruchsteine, betrugen etwa 7000 Euro“, weiß er jedoch zu beziffern. 32 Spender für das Projekt „Historischer Brunnen“ zählt der Verein, deren Unterstützung zuweilen sogar vierstellig war. Dieter Schauf war gerührt von der handschriftlichen Danksagung durch Schatzmeister Wolfgang Wahle. „So eine Danksagung habe ich noch nie erhalten“, sagt der engagierte Gruitener. Auch die Stadtverwaltung Haan hat das Brunnenprojekt von Anfang an unterstützt.  Bei der Suche nach den besten Mauersteinen sei man in Belgien fündig geworden. Tatsächlich fügen sich die Bruchsteine farblich und gestalterisch in das Erscheinungsbild des Mauerwerks von einer der letzten Bauern-Burgen in Niederberg. „Eingezirkelt“ in den Rundbrunnen haben die „Facharbeiter“ die Bruchsteine, erinnert sich Wolfgang Clewenhaus. Abgesichert ist die Brunnenöffnung von einer Sicherheitsglasscheibe, die ebenfalls gespendet wurde. Der Brunnenschacht wird von innen beleuchtet. Das Grundwasser am Brunnenboden sei sichtbar, sobald genügend Regenwasser gefallen sei, sagt Clewenhaus.   Claudia Köster, seit 14 Jahren Vorsitzende des Fördervereins Haus Am Quall, war froh und dankbar, beim Brunnenfest an diesem vorsommerlich freundlichen Tag so viele Gäste begrüßen zu dürfen. Noch dankbarer hob sie die vorbildliche Arbeit des Bautrupps hervor. Diese Aktion sei immerhin gestartet worden als Corona alle anderen Aktivitäten des Denkmals auf Eis gelegt habe, rekapitulierte sie. Cornelia Nell, die Frau des Gruitener evangelischen Pfarrers und erinnerte daran, dass in früheren Zeiten der Brunnen immer Treffpunkt gewesen sei. Sie schloss den Wunsch an, das möge sich fortsetzen.