Haan: Ausstellung in Haan zeigt Wege auf, Handicaps zu bewältigen

Haan : Ausstellung in Haan zeigt Wege auf, Handicaps zu bewältigen

Im Forum der Pfarre St. Chrysanthus und Daria stellten am Freitag 12 Firmen und Vereine im Rahmen einer Hilfsmittel-Ausstellung ihre Produkte und Leistungen für Menschen mit und ohne Behinderungen vor.

Im Ausstellungssaal an der Breidenhofer Straße konnten sich Interessierte über Technik und Anwendung von Hörgeräten, Brillen, orthopädischen Geräten und anderen Hilfsmitteln informieren.

 Simulationsgeräte lassen auch junge Leuten erkennen, mit welchen Problemen viele Ältere zu kämpfen haben. Besucherin  Barbara Assmann probiert den Alterssimulationsanzug. „Die Bewegung ist massiv eingeschränkt“, sagt sie, während sie versucht, ihre Hüfte ein wenig nach rechts zu drehen. „Es fühlt sich alles so schwerfällig an.“ Auch ich staune, als ich eine Sonnenbrille anziehe, die mir anzeigen soll, wie Menschen mit Seheinschränkungen empfinden. Ich erkenne bloß Silhouetten um mich herum und alles ist recht dunkel. Schließlich ziehe ich ein paar graue Handschuhe an. „Das ist ein Tremor-Set“, sagt Orthopädietechnik-Mechaniker Patrick Rudolph beim Sanitätshaus Vital. „Mit Hilfe von Elektroimpulsen wollen wir zeigen, wie Menschen mit Bewegungsstörungen unter einem unwillkürlichen Muskelzucken leiden.“ Tatsächlich beginnen meine Hände plötzlich zu kribbeln und zu zittern, ich kann kaum die Kontrolle über meine Bewegungen behalten. Es gelingt mir nur schwer einen Geldbeutel zu öffnen. Schließlich bin ich froh, die Handschuhe wieder ausziehen zu dürfen.

An einem Stand testet Seniorin Hildegard Engemann ihr Hörvermögen. „Das ging schon mal besser“, lacht sie, als sie die Kopfhörer wieder abnimmt. Der Test sei aber insgesamt gut gewesen. „Mit unseren Hörsystemen wollen wir Menschen helfen, besser zu hören und zu verstehen“, sagt Hörakustikmeister Carsten Kubak. Der 33-Jährige seit 2018 Filialleiter des Hörstudios Schirner in Haan.

Mitten im Geschehen stehen die Organisatoren der Ausstellung. „Wir möchten Menschen mit Behinderungen unterstützen“, sagt Dieter Smolka, Behindertenbeauftragter der Stadt Haan. „Wir wollen einen Überblick geben, was es an technischen Möglichkeiten in den Bereichen Seh-, Geh- und Hörbehinderung gibt. Es ist auch interessant zu sehen, welche digitalen Entwicklungen es in der Zukunft geben wird.“ Gemeinsam mit Gabriele Bongard und Werner Joormann hat Smolka die Ausstellung ins Leben gerufen. „Beim Sommerfest ‚Mittendrin und voll dabei‘ ist uns die Idee für diese Messe gekommen“, sagt Gaby Bongard. „Es gab damals viele Fragen zu den Themen Senioren und Behinderung.“ Sie selbst ist von Kind auf sehbehindert. Es sei wichtig den Kopf nicht in den Sand zu stecken und sich nicht zu verstecken, damit man Hilfe bekomme,so Bongard, die von ihrem Blindenführhund Gando im Alltag begleitet wird.

Am Stand für Pflege- und Wohnberatung berät Swantje Sigel zum Thema Prävention. „Die Menschen möchten solange es geht zu Hause wohnen bleiben. Ambulant vor stationär“, sagt sie. Deshalb sei es wichtig, sich rechtzeitig mit dem Thema Pflege auseinanderzusetzen.

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