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Haan-Gruiten: "Aule Gruitener" sammeln seit 50 Jahren Erinnerungen

Haan-Gruiten : "Aule Gruitener" sammeln seit 50 Jahren Erinnerungen

Senioren treffen sich einmal im Monat im Sportheim.

Zu einem Jubiläum gehört ein Festessen. Das gab es im Sportheim, als die Aule Gruitener dort ihr 50-jähriges Bestehen feierten. Geschnetzeltes, Huhn im Speckmantel, Kartoffeln, Salat, Pudding mit Himbeeren - und später ein Stück selbst gebackener Torte. Zur Feier des Tages stattete auch Bürgermeisterin Bettina Warnecke den Senioren einen Besuch ab.

Die Geburtsstunde der "Aulen Gruitener" war exakt am 23. Januar 1968. Damals trafen sich sieben Bürger zum ersten Mal in der Dorf-Gaststätte "Zum Schwan" Dort wurde die Idee zu einer Vereinigung geboren, die alte Sitten und Gebräuche wachhalten und so der Nachwelt überliefern sollte. Von den damaligen Gründungsvätern und -müttern - Meta Birschel, Ernst Breidbach, Anna Rentschel, Karl Julius, Emma Linser, Martha Nohl und Hansrudi Vömel - lebt heute niemand mehr. Die heute aktiven Aulen waren zur Gründungszeit noch jugendlich oder junge Erwachsene. Sie schätzen die gesammelten Erinnerungen aus der Vergangenheit, ergänzen die Sammlung weiter - denn der Alltag damals erschien nicht so schön, wie die "gute alte Zeit".

Ruthild Rostock (81, geborene Vömel) erzählt, sie habe damals gesagt, mit 60 zu den Aule Gruitener gehen zu wollen. "Als ich 61 war, und noch nicht bei der Gruppe, hatte ich ein schlechtes Gewissen und habe dann mein Versprechen eingelöst." Inge Nestler, die zusammen mit Ruthild Rostock die Fäden der Aule Gruitener in der Hand hält, zog vor mehr als 50 Jahren nach Gruiten und stieß über Mund-zu-Mund-Propaganda zur Gruppe.

Es gibt mehrere Ordner mit gesammelten Erinnerungen, Geschichte und Geschichten. Daraus wird oft vorgelesen. Aber auch Singen gehört zu jedem Treffen dazu, zumal die Gruppe im Vorjahr neue Liederbücher mit Großschrift und Noten anschaffen konnte. Mit der Mundart hapert es ein wenig, sagt Ruthild Rostock. "Ich kann Mundart lesen und verstehen. Aber sprechen ist nicht so gut. Wir haben damals aber auch immer zu hören gekriegt ,red' vernünftig'..." Am 20. März wird Josef Ahrweiler einen Film über Familienerinnerungen aus Gruiten zeigen.

An jedem dritten Dienstag eines Monats - stets von 14.30 bis 16.30 Uhr - treffen sich die Aule Gruitener im Sportheim, das seit 34 Jahren Ort der Zusammenkünfte ist. Regelmäßig kommen 40 bis 45 Gäste. Das Altersspektrum reicht von 68 bis zu 94 Jahren. Einmal im Jahr wird ein Ausflug unternommen (im Mai geht's nach Brüggen) und wer Geburtstag hat, erhält eine von allen unterschriebene Karte.

(-dts)