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Aufklärung tut dringend Not

Kommentar : Aufklärung tut dringend Not – für die Glaubwürdigkeit

Wer an den Dingen seiner Gemeinde nicht Anteil nimmt, ist kein stiller, sondern ein schlechter Bürger”, wusste bereits der Athener Staatsmann Perikles im fünften Jahrhundert vor Christus. Damit stellt der alte Grieche auch den Kommunalpolitikern von heute indirekt ein gutes Zeugnis aus.

Denn was niemand vergessen darf: Die Stadtverordneten von heute machen ihre Arbeit im Rat ehrenamtlich. Sie müssen sich neben Beruf und Familie auch noch durch Berge von Sitzungsunterlagen arbeiten, verbringen viel Zeit in den Ausschüssen – und stehen bisweilen sogar „mit einem Bein im Gefängnis”, wie es umgangssprachlich heißt.

Tatsächlich hat das Handeln von Kommunalpolitikern unter Umständen strafrechtliche Konsequenzen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Stadt Haan im  Fall der Angabe eines mutmaßlich falschen Wohnsitzes eines Ratsmitglieds intensiv und bis ins letzte Detail nachforscht. Wer sich jetzt noch hinter dem Votum des Wahlausschusses verschanzt, verkennt die Ernsthaftigkeit der Lage. Denn es steht mehr auf dem Spiel als nur ein möglicher falscher Hauptwohnsitz - es geht in letzter Konsequenz auch um die Glaubwürdigkeit einer ganzen Partei. Dass dies in Wahlkampfzeiten geschieht, macht die Aufgabe umso dringender.