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Haan: Arbeitsgruppe berät Zukunft der Schulen

Haan : Arbeitsgruppe berät Zukunft der Schulen

Die Debatte um die Schulformen in Haan soll von Schulleitern, Verwaltungskräften und Politikern fortgesetzt werden.

Um weitere Überlegungen zur Entwicklung der Schullandschaft in Haan anzustellen, wird eine Arbeitsgruppe gebildet. Ihr sollen neben den Leitern der weiterführenden Schulen und der Grundschulen sowie Mitarbeitern der Verwaltung auch Vertreter der Fraktionen angehören.

Die Stadtverwaltung hatte diesen Vorschlag gemacht, um "ein bestehendes und gut funktionierendes Schulangebot in Haan auf der einen Seite nicht vorschnell und grundlos aufzugeben, auf der anderen Seite jedoch die Schulentwicklung und den daraus resultierenden Elternwillen achtsam zu beobachten, um nicht aus der Not heraus mit den Vorgaben der Schulaufsicht Entscheidungen treffen zu müssen", heißt es in der Begründung. Der Arbeitskreis soll noch vor der Sommerpause zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen.

Erneut wurde das Thema Schulentwicklung gestern Abend intensiv diskutiert, diesmal unter dem Eindruck der aktuellen Anmeldezahlen. Erfreut zeigten sich die Politiker darüber, dass die Hauptschule mit 37 Kindern zwei Eingangsklassen bilden kann und ihr Bestand damit gesichert sei. Das räume der Politik ein Jahr Zeit ein, "um die Schullandschaft sinnvoll weiterzuentwickeln", sagte Uwe Elker (SPD). Friederike von Wiser, Leiterin des Gymnasiums, bedauerte angesichts von 99 Anmeldungen, "ich hätte gerne zehn Kinder mehr gehabt", und vermutet, dass der bevorstehende Abriss des sanierungsreifen Gebäudes und der geplante Neubau das Gymnasium Schülerzahlen gekostet haben. Mit einem eindringlichen Appell wandte sich Reinold Merten, Leiter der Emil-Barth-Realschule (Walder Schulzentrum) an die Ausschuss-Mitglieder: Die jüngste von der Politik geführte Diskussion um Schulformen habe zu "Irritationen" und einer "sehr starken Verunsicherung" bei den Eltern geführt. Diese Diskussion habe er "mit großer Betroffenheit" wahrgenommen. "Die Fragestellung nach einer Drei- oder Vierzügigkeit des Gymnasiums ist vom Tisch", erinnerte Merten an den aktuellen Ratsbeschluss und bat die Politiker "inständig, im Sinne aller Kinder verantwortungsvoll mit der Diskussion um Schulen umzugehen". Eine erneute Debatte verhinderte er damit nicht: Jochen Sack (GAL) verteidigte seine am 20. Februar gestellte Anfrage, ob es seitens der Stadt bereits Überlegungen gibt, Haupt- und Realschule an der Walder Straße zu einer Gesamtschule weiterzuentwickeln. Diese Anfrage hatte den Stein ins Rollen gebracht. "Es kann nicht sein, dass man in Haan den Kopf in den Sand steckt und nicht wahrnimmt, dass sich die Schullandschaft verändert", sagte Sack gestern. Intensiv diskutierten die Politiker auch, wie sinnvoll die geplante Elternbefragung zu gewünschten Schulformen zum jetzigen Zeitpunkt ist. Die Stadt Haan will sie bald mit Hilfe der Bezirksregierung durchführen.

(RP)